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Boom bei "Digitalen LEDs" erwartet

Die Lighting-Revolution im Auto


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Fortsetzung: »ILaS wird alles ändern«

Denn mit ILaS ist ISELED nicht mehr nur Lighting. Das ist ein entscheidender Schritt nach vorne, ILaS wird alles ändern«, so erklärte Dr. Herbert Wambsganß, Head of Development Interior Lighting von Hella. Der neue ILaS-Transceiver-IC "INLT220Q" von Inova vernetzt nicht nur LED-Streifen, sondern auch Sensoren, Aktoren und Matrix-LED-Leuchten, was dann im Zusammenspiel mit ISELED eine segmentierte Daisy-Chain-Topologie möglich macht – und das auf Basis eines sehr kleinen Bausteins, mit dessen Hilfe sich sowohl Kosten als auch Energieaufnahme senken lassen. Das Tape-out bei Inovas Chiphersteller Globalfoundries ist bereits erfolgt, Muster sollen im ersten Quartal 2022 folgen. 

Die kleine Bauform ist nach Ansicht von Robert Isele einer der Schlüsselfaktoren: »In der Beleuchtung von transparenten Oberflächen ist eben nur sehr wenig Platz vorhanden, aber auch in der Oberfläche des Armaturenbretts kommt es auf jeden Millimeter an, der eingespart werden kann.« Zudem erhalten die Designer jetzt die Freiheit, die Lichtquellen beliebig im Auto zu platzieren, ohne über die Kabellänge nachdenken zu müssen – bei hohen Datenübertragungsraten. Deshalb hat sich BMW bereits entschieden, ab 2025 ILaS in allen Fahrzeugen einzusetzen. 

Stefan Kouba, European Marketing Manager Automotive von Microchip, ist überzeugt, dass ILaS mit seiner hohen Datenübertragungsrate die Lücke zwischen dem LIN- und dem CAN-Bus bzw. Ethernet ausfüllt. Damit die Anwender sofort mit ihren Entwicklungen loslegen können, hat Microchip das Ethernet-10BASE-T1S-Demoboard mit zentraler Architektur entwickelt. »Die Software von ISELED auf ILaS umzustellen ist sehr einfach; wir mussten nur wenig ändern, von ISELED zu ILaS ist es nur ein kleiner Schritt«, so Kouba. Mehr Sensoren und Aktoren zu integrieren müsse das Ziel sein, um neue Funktionalitäten anbieten zu können. 

Surface Lighting

Ein weiterer interessanter Trend, der sich auf der Konferenz abzeichnete, ist das Surface Lighting: LEDs hinter transparenten Materialien lassen die Oberflächen erleuchten, was der Insasse des Fahrzeugs sogar noch auf seinen Geschmack personalisieren kann. Dieses Licht kann aber auch zusätzliche Funktionen übernehmen, etwa warnen. Hier ist besonders vorteilhaft, dass Dominant Opto die Digitalen ISELEDs in nur 0,65 mm hohe Gehäuse setzt. Die Oberflächen können aus ganz unterschiedlichen Material bestehen – darunter Holz, Plastik, Metall, Textilien, Karbon, Leder –, wie Dennis Bauer, Development Engineer von Joysonquin, erläuterte. Der größte chinesische Automobilzulieferer, zu dem unter anderem auch Preh gehört, sieht in den „Advanced Surfaces“ ganz entscheidende Design-Elemente im Auto, insbesondere, wenn man sie mit zusätzlichen Schaltelementen kombiniert. Dass dies nicht nur mit vielen LEDs funktioniert, sondern auf Basis der High-Power-LEDs auch mit einer einzigen, die eine größere Oberfläche hinterleuchten kann, erläuterte Dr. Ana Bizal, Head of Inovation Interior Lighting von Hella. Für die dynamische Oberflächenhinterleuchtung reichten zwei High-Power-LEDs aus. Wie sich besondere optische Effekte durch laserstrukturierte Oberflächen – eine Spezialität der in Bissingen/Teck ansässigen Firma Reichle Technologiezentrum – zeigte Lightworks. Der Lichtsystem-Entwickler aus Holzkirchen denkt sogar schon über die Oberfläche hinaus in Richtung Volumen-Illumination, wie CTO Mathias Rönnfeldt erklärte. 

Wie sich ein hochauflösendes LCD- oder ein OLED-Display im Cockpit über ein LED-Matrix-Display „verlängern“ lässt, zeigte Dr. James Gourlay, CTO von designLED. Der Vorteil: Die Bildschirme auf Basis der LEDs sind kostengünstiger, der Anwender sieht aber ein großes ganzheitliches Display. So lassen sich weitere Funktionen integrieren, die der OEM auf seine Zwecke zuschneiden kann, was ihm wiederum mehr Flexibilität bietet. 

Das soll die Zukunft bringen

Was wünschen sich die Lichtdesigner für die Zukunft? »LEDs, die das Licht seitwärts emittieren, die gibt es leider noch nicht, sie wären aber für die Beleuchtung von transparenten Oberflächen sehr wichtig«, antwortete Dr. Herbert Wambsganß spontan. Außerdem wünsche er sich eine größere Vielfalt von Sensoren, die über den ILaS-Bus ins Netz eingebunden werden können. Denn Sensorfusion finde jetzt nicht mehr nur im ADAS-Sektor statt, sondern auch in der Innenbeleuchtung. 

Markus Daubner, Technical Director von Grupo Antolin, hat einen Wunsch, der über die reine Technik hinausgeht: »Mehr OEMs, die wie BMW eine Pionierrolle übernehmen. Die Ideen für das richtige Lichtdesign müssen von den OEMs kommen, denn keiner kennt die Endkunden besser als sie.« 

Und wie wird sich ILaS weiterentwickeln? Aktuell wird ILaS mit seiner Busdatenrate von 2 Mbit/s über einen Bridge Chip direkt an das 10-Mbit/s-Ethernet-Bordnetz angebunden, »aber wir können die ILaS-Datenrate für noch mehr Performance auch noch skalieren, das haben wir bereits so vorgesehen«, sagt Robert Kraus. Außerdem müssen ISELED und ILaS nicht auf das Auto beschränkt bleiben. Mathias Rönnfeldt hat auf der Konferenz beschrieben, wie sein Unternehmen ISELED ins Flugzeug gebracht hat. Die Lufthansa setze als erste Fluglinie der Welt chronobiologisch aktives Lighting ein, um den Passagieren den Flug angenehmer zu gestalten, erklärte Prof. Volker von Kardoff in seiner Keynote: »Sie können besser (ein)schlafen und kommen ausgeruhter ans Ziel als bisher.« 

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