Schwerpunkte

Angebotsübersicht Mikrocontroller mit FlexRay-Schnittstelle

Wachstum auf dem FlexRay-Chipmarkt

23. Februar 2007, 13:30 Uhr   |  Stephan Janouch


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Stand-alone Communication Controller als Auslaufmodell

In einem ersten Schritt entschlossen sich einige, aber nicht alle der im Bereich FlexRay aktiven Hersteller, einen Stand-alone-FlexRay-CC auf den Markt zu bringen. In der Regel werden diese Bausteine lediglich als Zwischenlösung gesehen, bevor der CC in einen gewöhnlichen Mikrocontroller integriert wird, dessen Prozessorkern ohnehin für die Abarbeitung der eigentlichen Software-Applikation notwendig ist. Nur durch die Integration von CC und Mikrocontroller kann hinsichtlich der Bauteilkosten mit den etablierten CAN-Systemen gleichgezogen werden.

Stand-alone-CCs werden derzeit von Infineon, Fujitsu und Freescale angeboten. Der CIC-310 von Infineon ist momentan in Musterstückzahlen verfügbar und soll im dritten Quartal 2007 auch in hohen Stückzahlen gefertigt werden [5]. Bei Fujitsu liegt mit dem MB88121B mittlerweile der dritte Baustein vor [6], nachdem die Vorläufer (MB88121A) verbessert wurden oder lediglich ältere FlexRay-Spezifikationen unterstützten (MB88121). Freescale kann mit dem MFR4200 den in einem Serienfahrzeug verbauten Stand-alone-CC vorweisen, der allerdings nur die FlexRay-Protokoll-Version 1.9 unterstützt. Erst der neuere MFR4300 oder die überarbeitete Variante MFR4310 unterstützen die Version 2.1 [7]. Die ersten Freescale-CC vom Typ MFR4100 finden sich lediglich in einigen Testsystemen.

Für jede Fahrzeugdomäne den passenden Controller

Während bei den Transceivern und CCs die eigentliche FlexRay-Funktion im Vordergrund steht und sich einzelne Hersteller nur schwer voneinander differenzieren können, ist die Produkt-Landschaft bei Mikrocontrollern mit integrierter FlexRay-Schnittstelle deutlich komplexer. Je nach geplanter Zielanwendung verwenden die Hersteller in ihren Bausteinen unterschiedliche Prozessorkerne und statten diese mit verschiedenen Peripherieelementen aus (Tabelle).

MikrocontrollerBusbreiteProzessortaktFlashSRAMCAN-SchnittstellenBesonderheitenAnwendungsbereich
Freescale MPC556732 bit40 bis 132 MHz2 Mbyte80 Kbyte5eTPU, EthernetPowertrain, Gateways
Freescale MPC556132 bit40 bis 132 MHz1 Mbyte224 Kbyte2-Fahrerassistenzsysteme
Freescale MPC5516G32 bit40 bis 80 MHz1 Mbyte64 Kbyte6MPU, eMIOSLow-Power-Anwendungen, Gateways
Freescale MC9S12XF16 bit50 MHz128 bis 512 Kbyte16 bis 32 Kbyte1 bis ?XGATE, internes EEPROMKomfort-, Chassis-, Sicherheitselektronik
TI TMS57032 bit190 MHz2 Mbyte?1 bis ?BISTSicherheitselektronik, Fahrerassistenzsysteme
NXP SJA251032 bit80 MHz768 Kbyte64 Kbyte6Advanced Power ModesGateways, Fahrerassistenzsysteme
Fujitsu MB91F465XA32 bit100 MHz544 Kbyte32 Kbyte2?Fahrerassistenzsysteme
NEC V850E/PH0332 bit128 MHz1 Mbyte60 Kbyte2extra 32 Kbyte Data-FlashChassis- und Sicherheitselektronik
NEC V850E/CAG-4M32 bit80 MHz512 Mbyte60 Kbyte6MediaLB-Interface, extra 32 Kbyte Data-FlashKomfort- und Chassiselektronik
NEC V850E/PJ332 bit64 bis 128 MHz256 bis 768 Mbyte?1 bis 2?Komfort- und Chassiselektronik
Renesas R32C/100F32 bit80 MHz256 bis 512 Mbyte32 Kbyte2extra 4 Kbyte Data-Flash mit EEPROM-Emulation
Renesas SH725x32 bit200 MHz1 bis 4 Mbyte48 bis 256 Kbyte1 bis ??Powertrain

Tabelle: Zusammenstellung der Mikrocontroller mit integriertem FlexRay-Communication-Controller

Einen der wenigen Mehrprozessor-Controller schickt TI mit dem TMS570 ins Rennen [8]. Dieser basiert auf zwei Prozessorkernen vom Typ ARM Cortex R4, die mit knapp 190 MHz getaktet werden (Bild 1). Der TMS570 wurde in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch GmbH speziell für sicherheitskritische Anwendungen entwickelt. Er ist der erste Mikrocontroller, der nach der Norm IEC 61508 entwickelt wurde. Neben der üblichen 2-kanaligen FlexRay-Schnittstelle sind insbesondere die BIST- (built-in self test) und die Speicher-ECC-Funktion (error correction code) erwähnenswert.

Mit nur einem Prozessor auskommen muss der R32C/100F von Renesas [9], der in der zweiten Jahreshälfte 2007 erscheinen wird. Er soll speziell in Anwendungen mit vergleichsweise niedrigen Anforderungen an die Leistungsfähigkeit, im Chassis- und Body-Bereich eingesetzt werden und tritt die Nachfolge des M32C/FlexRay an, der nur intern genutzt wurde. In einem weiteren Schritt soll FlexRay auch – zumindest optional – in der SH-2A-basierten SH725x-Familie verfügbar gemacht werden.

bild1_eadada_03.jpg
©

Bild 1. Als erster Mikrocontroller im automotive Bereich wurde der TMS570 von Texas Instruments nach den Vorgaben der IEC 61508 entwickelt. (Quelle: TI)

<< vorherige Seite1 | 23 | 4nächste Seite >>

Seite 3 von 4

1. Wachstum auf dem FlexRay-Chipmarkt
2. FlexRay-IP
3. Stand-alone Communication Controller als Auslaufmodell
4. Fujitsu und Freescale integrieren FlexRay auch in 16-bit-Prozessoren

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Linkedin teilen Via Mail teilen