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Fahrzeugvernetzung für mehr Sicherheit

5G Automotive Association demonstriert C-V2X

29. Mai 2019, 08:37 Uhr   |  Stefanie Eckardt


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Anwendungsszenarien

Notfallwarnungen in Echtzeit: Fahrzeug-zu-Netzwerk- und Netzwerk-zu-Fahrzeug-Dienste


Vodafone Deutschland und Ford zeigten vernetzte Fahrzeugtechnik (V2X), die Fahrer vor einem Unfall in der Nähe warnen könnte (via eCall Plus). Darüber hinaus liefert das System eine Frühwarnung, dass sich Rettungsfahrzeuge nähern – und auf welche Seite der Straße sich die Fahrzeuge bewegen sollten, um diesen nicht im Weg zu stehen. Experten gehen davon aus, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit eines Verkehrsopfers um bis zu 40 Prozent verbessert werden könnte, wenn es nur vier Minuten schneller behandelt würde.


Live-Datenerfassung und -übertragung: Erweitertes Netzwerk/Fahrzeug-zu-Netzwerk-Kapazitäten über MEC


Die ultraschnelle, zuverlässige und präzise Verbreitung sicherheitsrelevanter Informationen kann Leben retten. Continental, Deutsche Telekom, Fraunhofer ESK und Nokia zeigten, wie Informationen mit Hilfe der Multi-Access Edge Computing (MEC)-Technologie nahezu in Echtzeit über ein Mobilfunknetz an Fahrzeuge übermittelt werden. Dabei werden alle Daten »am Rande« (Edge-Computing) des Mobilfunknetzes verarbeitet, um die Übertragungszeit (Latenzzeit) zu reduzieren. Ereignisbezogene Daten wie Notfallwarnungen sowie hochauflösende Kartendaten werden so in Millisekunden übertragen und erhöhen die Fahrsicherheit auf dem Weg zum vollautomatischen Fahren.


Kombinierte Netzwerk- und Direktlösung ermöglicht die Spitze der C-V2X-Technologie


Die Vodafone Group, Huawei und Jaguar Land Rover demonstrierten sicherheitskritische Anwendungsfälle durch die Kombination verschiedener Kommunikationsmodi (für kurze Verbindung über PC5 und für weiter Wege im Netzwerk über Uu). Die Bereitstellung einer zweistufigen Warnung ermöglicht es Fahrzeugen, andere Fahrzeuge, die sich der gleichen Kreuzung nähern, viel rascher zu erkennen und früher Maßnahmen zur Vermeidung eines Unfalls zu ergreifen. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle aufgrund von unsicheren Spurwechseln und toten Winkeln ist beträchtlich. Der Einsatz der C-V2X-Technologie hilft Automobilherstellern, die Kosten für die Implementierung solcher Warnungen niedrig zu halten, da sie keine zusätzlichen einmaligen Funkzugangssysteme für solche Warnungen installieren müssen. Die Demos zeigten die Vorteile und die sofortige Einsatzbereitschaft von C-V2X und sein Potenzial, Netzwerkverbindungen über lange sowie kurze Entfernungen nahtlos zu kombinieren. Konkret wurde gezeigt, dass an einer T-Kreuzung – einem häufigen Unfallort – vernetzte Autos von der Mobilfunkkommunikation mit größerer Reichweite profitieren. Sie liefern wertvolle sicherheitsrelevante Informationen, die über das hinausgehen, was allein mit einer Kurzstreckentechnologie realisiert werden könnte.


Fernbetätigtes Fahren


Remote-Operated Driving (ROD) ebnet den Weg zu automatisierten Fahrzeugen und antizipiert Situationen, in denen ein Bediener aus der Ferne („Remote“) in die Fahrt eingreifen kann. Ermöglicht wird ROD dabei durch Kommunikationseinrichtungen mit niedriger Latenzzeit.  Sie werden beispielsweise von Huawei angeboten und liefern in schwierigen Fahrszenarien Anweisungen oder Eingaben an das Fahrzeug. Das Fraunhofer-Institut Fokus, unterstützt von Daimler, demonstrierte die Zuverlässigkeit, die ROD bereits heute bietet.

Vodafone Deutschland und Ford zeigten vernetzte Fahrzeugtechnik, die Fahrer vor einem Unfall in der Nähe warnen könnte via eCall Plus.
© S. Eckardt | Elektronik automotive

Vodafone Deutschland und Ford zeigten vernetzte Fahrzeugtechnik, die Fahrer vor einem Unfall in der Nähe warnen könnte via eCall Plus.

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