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Imagination Technologies: MIPS I6500-F

Hohe Rechenleistung trifft auf funktionale Sicherheit

05. Juli 2017, 12:00 Uhr   |  Iris Stroh


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Skepsis beim GDV

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
Begeisterung sieht anders aus
Die GDV hat eine interdisziplinäre Projektgruppe aus Ingenieuren, Mathematikern, Versicherungsexperten und Unfallforschern gebildet, um ein realistisches Bild der Auswirkungen assistierten und automatisierten Fahrens zu erarbeiten. Dass Assistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen für weniger Unfälle und mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen, stellt niemand wirklich in Frage, unklar ist aber, wie groß diese Effekte sind. Also hat die Projektgruppe versucht herauszufinden, inwieweit sich diese Fahrerassistenzsysteme und automatisierten Fahrfunktionen auf die Schadenentwicklung bis ins Jahr 2035 auswirken.

Die Erkenntnisse sind ernüchternd, kurz zusammengefasst heißt es in der Studie: Moderne Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen

• machen Autofahren sicherer, verhindern in der Praxis aber deutlich weniger Schäden als in der Theorie;

• setzen sich nur mit starker Verzögerung durch und senken die Schäden daher nur langsam;

• führen im Schadenfall zu höheren Reparaturkosten und

• wirken sich auf Kfz-Haftpflichtschäden stärker aus als auf Kaskoschäden.

Konkret gehen die Experten davon aus, dass die Entschädigungsleistungen der Kfz-Versicherer bis 2035 im Vergleich zu 2015 durch die neuen Systeme um 7 bis maximal 15 Prozent sinken werden. Im Bezugsjahr 2015 hatten die Versicherer Schäden in Höhe von rund 22 Mrd. Euro reguliert, wobei 90 Prozent dieser Entscheidungsleistungen auf Fahrzeuge der Pkw-Gruppe entfielen. Dieses Gesamtergebnis setzt sich zusammen aus einer Reduktion der Kfz-Haftpflichtschäden zwischen 9 und 20 Prozent und einer Reduktion der Kaskoschäden zwischen 3 und 7 Prozent. »Die neuen Systeme machen das Autofahren zwar sicherer, sie verbreiten sich im Fahrzeugbestand aber nur langsam und machen Reparaturen im Schadenfall teurer. Auf absehbare Zeit hat der technologische Fortschritt also nur geringen Einfluss auf das Schadengeschehen«, sagt Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. Aus GDV-Sicht sind bis zum Jahr 2035 für Pkws vier Fahrerassistenzsysteme und zwei automatisierte Fahrfunktionen maßgeblich, und zwar deshalb, weil auf diese Systeme 2015 rund 90 Prozent der Entschädigungsleistungen im Pkw-Bereich entfielen: Spurhaltesystem, Spurwechselassistent, Notbremsassistent, Park- und Rangierassistent, Autobahnpilot, City-/Landstraßenpilot. Und die haben in der Summe eben nicht die Auswirkungen, die vielleicht erwartet werden. Dass die Kaskoschäden weniger durch die neuen Assistenzsysteme reduziert werden, liegt beispielsweise an der Tatsache, dass viele der Systeme die Schäden, die in die Kaskoversicherung fallen, überhaupt nicht beeinflussen können. Denn kein System schützt vor Autodiebstählen, Steinschlag, Wildunfällen oder Marderbissen.

Der Unterschied zwischen theoretischer Reduktion der Schadensaufwände im Vergleich zur praktischen Umsetzung könnte nicht größer sein. Denn die GDV erklärt weiter, dass unterm Strich die oben genannten Systeme in der Theorie für maximal 56 Prozent der Entschädigungsleistungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung und maximal 27 Prozent in der Kaskoversicherung relevant sein, also deutlich mehr als sie selbst erreicht. Aus der Sicht der GDV erreicht der Notbremsassistent die höchste Relevanz für die Kfz-Haftpflichtschäden, er könnte zu bis zu 28 Prozent weniger Schadenaufwand führen. Bei den Kaskoschäden ist es hingegen der Park- und Rangierassistent, der zu den höchsten Einsparungen führen könnte, nämlich maximal 16 Prozent.

Endergebnis: Den größten Effekt auf Kfz-Haftpflichtschäden haben Notbremsassistenten sowie Park- und Rangierassistenten, die bis 2035 jeweils zu Einsparungen von rund 5 bis 10 Prozent führen könnten. Schäden am eigenen Auto werden am besten mit einem Park- und Rangierassistenten vermieden, der nicht nur warnt, sondern das Auto auch lenkt und bremst – ein solches System könnte bei den Kaskoschäden bis 2035 Einsparungen von rund 4 bis knapp 8 Prozent erreichen.

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1. Hohe Rechenleistung trifft auf funktionale Sicherheit
2. Zusammenarbeit Imagination und Mobileye
3. Skepsis beim GDV
4. Unsicherheit bei Fahrern

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