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Imagination Technologies: MIPS I6500-F

Hohe Rechenleistung trifft auf funktionale Sicherheit

05. Juli 2017, 12:00 Uhr   |  Iris Stroh


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Zusammenarbeit Imagination und Mobileye

Genau dafür sei der I6500-F prädestiniert. Das fängt mit der Multi-Threading-Möglichkeit an. Imagination geht davon aus, dass mithilfe von Multi-Threading dank gleichzeitiger Ausführung von nur zwei Threads – wodurch die Zeit sinnvoll genutzt werden kann, während die CPU auf Daten aus dem Cache wartet – im Vergleich zur seriellen Abarbeitung typischerweise ein Leistungszuwachs von 40 Prozent möglich wird. Da die Threads unterschiedlich rechenintensiv sind, lässt Imagination jede Kombination von Core-Konfigurationen innerhalb eines Clusters zu. Das heißt dann beispielsweise, dass ein Thread mit viel Rechenleistung als Single-Thread laufen kann. Dann kann der Core dafür optimiert werden, indem ihm beispielsweise mehr Ressourcen in Form eines größeren L1-Caches oder FPU/SIMD-Funktionalität zugewiesen werden.

Es ist aber auch möglich, dass sich Threads Cores teilen oder dass Threads mit geringen Leistungsanforderungen auf Cores laufen, die in der Leistungsaufnahme optimiert sind, indem beispielsweise die Taktfrequenz oder Spannung gesenkt wird. Die von Imagination implementierte Hardware-Virtualisierung (VZ) wiederum hat zum Beispiel den Vorteil, dass in Anwendungen, die ein Echtzeit-Verhalten erforderlich machen, ein „Zero Context Switching“ möglich ist.

Dominique Bonte, Managing Director und Vice President bei ABI Research, bestätigt, dass Imagination sowohl hohe Rechenleistung als auch funktionale Sicherheit in dem neuen Prozessorkern kombiniert hat. Er erklärt: »Mit dem MIPS I6500-F bringt Imagination funktionale Sicherheit in den Hochleistungs-CPU-Computing-Bereich. Durch seinen SEooC-Ansatz, seine Unterstützung beim Zertifizierungsprozess und dem Multi-Threading für heterogene Architekturen mit vielen Cores ermöglicht der I6500-F eine schnellere Markteinführung für KI-basierte ASIL-D SoC-Designs.«

Prominenter Nutzer = Mobileye
 
Imagination arbeitet seit langem mit Mobileye zusammen. So basiert beispielsweise das EyeQ4 SoC von Mobileye auf den „MIPS interAptiv“ und M5150-CPUs. Die im letzten Jahr von Mobileye angekündigte neue Generation, EyeQ5 SoCs, wiederum basiert auf der I6500-F CPU. Bislang heißt es, dass das IC mithilfe eines 7-nm-FinFET-Prozesses gefertigt wird und 2020 auf den Markt kommen soll.

Ob die Zusammenarbeit bestehen bleibt, muss abgewartet werden, denn nachdem Intel Mobileye im März 2017 übernommen hat, muss sich erst noch zeigen, ob Intel auf kurz oder lang nicht seine eigenen Architekturen in den Mobileye-ICs unterbringen will. Allerdings zeigt sich Intel mittlerweile ja etwas zurückhaltender und versucht nicht auf Biegen und Brechen immer seine x86-Architektur durchzuboxen. Das zeigt zumindest das Beispiel Altera. Denn trotz der Übernahme durch Intel hält auch die in PSG (Programmable Solutions Group) umbenannte Altera-Mannschaft weiterhin an den ARM-Cores fest. Und von wem in Zukunft die MIPS-Cores angeboten werden, muss auch noch abgewartet werden. Bislang ist nur klar, dass Imagination für seine MIPS-Gruppe einen Käufer sucht. Bleibt zu hoffen, dass das Unternehmen einen findet.

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1. Hohe Rechenleistung trifft auf funktionale Sicherheit
2. Zusammenarbeit Imagination und Mobileye
3. Skepsis beim GDV
4. Unsicherheit bei Fahrern

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