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Industrielle HMIs

Fünf Display-Trends

29. April 2021, 14:50 Uhr   |  Klaus Wammes

Fünf Display-Trends
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Wie so viele Branchen entwickelt sich die Displaytechnik rapide. Ein Ausblick auf die wichtigsten fünf Trends.

Industrielle Displays folgen zwar einigen Trends aus der Konsumelektronik, sie sind aber bei weitem keine austauschbaren »Commodity-Artikel« und müssen zusätzliche Attribute mitbringen. In der Industrie sind Touch-Displays als HMI weit verbreitet. Aktuell lassen sich bei den HMIs fünf Trends beobachten. 

1. Schnittstellen

Die HMI-Bedienung wird zunehmend »touchless«. Damit zieht als Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine mehr und mehr die Sprach- und die Gestenerkennung ein. Das ist nicht nur der aktuellen Weltlage geschuldet. Ein weiterer großer Trend sind fehlertolerante Eingabesysteme, wie Touch-Displays mit zusätzlicher Validierung durch »Force Sensing« oder solche mit erweiterten KI-Algorithmen zur sicheren Erkennung von gewollten und ungewollten Eingaben – auch mit Auswertung von zusätzlichen Sensoren.

2. Verfügbarkeiten

Ein Dauerbrenner im industriellen Umfeld ist die Obsoleszenz: Displays, HMIs und deren Komponenten sollen lange verfügbar sein, denn sowohl bei industriellen als auch bei hoheitlichen Anwendungen sind aufwendige Gerätezulassungen erforderlich, die erneuert werden müssen, wenn ein nicht bau­gleiches Ersatzteil integriert wird. Hinzu kommt, dass die erwartete Nutzungsdauer im industriellen Umfeld sehr lang ist. Das Obsoleszenz-Management wird schnell zum Obsoleszenz-Pro­blem, wenn Konsolidierungen am Markt stattfinden oder sich ein technologischer Umschwung vollzieht, speziell in Nischenbereichen weg von klassischen LCDs und hin zu EFD, OLED, QuantumDot, Mikro-LED, hybriden Lösungen und völlig neuartigen Ansätzen wie Holographie oder Lightfield. Hinzu kommen eine stärkere Individualisierung der Displays (Freiform) und – maßgeblich bedingt durch Corona – Engpässe in der Herstellung bis zum Zusammenbruch von Lieferketten.

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Klaus Wammes ist Geschäftsführer der 1993 gegründeten Wammes & Partner GmbH. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Forschung und Produktion im Bereich der Optoelek­tronik. Klaus Wammes hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in Entwicklung und Herstellung von Flachbildschirmen und Displays für extreme Anwendungsbereiche.

3. Standardisierte Produktion und individuali­sierte Anwendung

Dieser Trend ist auch ein wenig aus Problemen in der Verfügbarkeit gewachsen. Durch stärkere Individualisierung, auch schon auf Komponentenlevel, tendiert die Industrie zu mehr Standards für Displays und HMIs. Das gilt zumindest für die elektrischen, mechanischen und die Softwareschnittstellen. Das löst jedoch nicht automatisch alle Verfügbarkeits- und Lieferzeitprobleme, denn »kompatibel« ist noch immer nicht »identisch« und hilft damit nicht über alle Hürden.

4. Smart

Smarte Displays kommen mit mehreren integrierten Sensoren und Prozessorleistung bzw. Auswerte-Power direkt im Display. Es gibt auch in der Industrie einen Trend zu dieser Art von Displays. Dass smarte Displays entwickelt werden, hat seine Ursache in dem Wunsch, standardisierte Rohprodukte möglichst kostengünstig zu individualisieren.

5. Technologien

Schließlich dringen neue und hybride Technologien in den Industriebereich vor und bieten dort neue Funktionen wie z.B. Freiform-, bistabile oder transparente Displays. Insbesondere letztere ermöglichen eine neue Bedienerführung wie Augmented Reality. Zudem beginnen Display- und Beleuchtungsfunktion zu verschmelzen: Displays übernehmen teilweise die Funktion der Beleuchtung oder die Beleuchtung übernimmt Teile der Funktionen des Displays.

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