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Kommentar zu Elektromobilität

Ein Tempolimit ist sogar sehr logisch

Straßenwärter montieren Schild mit der Aufschrift »130«
Straßenwärter montieren an der Autobahn A81 am Hegaublick ein Schild mit der Aufschrift »130«.
© dpa | Bildfunk

Der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet äußert sich zum von den Grünen geforderten Tempolimit; es sei »unlogisch, da Elektroautos kein CO2 verbrauchen«. Die Aussage ist in mehrerer Hinsicht falsch.

Die Aussage von Armin Laschet basiert auf zwei Annahmen: Zum einen, dass in naher Zukunft ausschließlich Elektroautos auf unseren Straßen fahren und zum zweiten, dass der CO2-Ausstoß das einzige Argument für ein Tempolimit ist. Beide Prämissen stimmen nicht.

Noch 2030 werden prognostiziert mindestens 50 Prozent Verbrenner auf deutschen Straßen unterwegs sein, die mit einem Tempolimit sehr viel CO2 einsparen könnten. Und auch Stromer brauchen bei geringerer Geschwindigkeit weniger Batteriestrom, der heute noch aus fossilen Brennstoffen und damit CO2 produziert wird. Der Verkehrsclub Deutschland rechnet bei Tempo 130 mit 1,9 Millionen Tonnen weniger CO2 pro Jahr.

Auch die Sicherheit steigt

Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen beträgt schon heute nur 117 km/h. Laut Studien des ADAC bringt eine höhere Geschwindigkeit keinen signifikanten Zeitgewinn. Und ein Tempolimit hat weitere Vorteile: Der Verkehr fließt besser, es entstehen weniger Staus und auch weniger, vor allem schwere, Unfälle. Ein Tempolimit erhöht zusätzlich zum CO2-Gewinn die Sicherheit auf der Straße.

Armin Laschet ist im Wahlkampf. Die Wähler von CDU, FDP und AfD sind mehrheitlich gegen ein Tempolimit, dort möchte Laschet mit dem bewährten „Weiter so“ punkten. Klimaschutz, na klar – aber der Malle-Urlaub oder die Freiheit  der Geschwindigkeit darf darunter nicht leiden. Dass er dafür ausgerechnet mit Elektroautos argumentiert regt zum Schmunzeln an – noch im April tönte Laschet, dass er diese „NICHT für die Zukunft der Mobilität“ halte.


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