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KI für Autonomes Fahren

Continental setzt auf Nvidias Supercomputer

28. Juli 2020, 09:15 Uhr   |  WEKA Newsdesk, UH

Continental setzt auf Nvidias Supercomputer
© Continental

Continental CEO Dr. Elmar Degenhart (links) und NVIDIA Gründer und CEO Jensen Huang (rechts) einigen sich auf gemeinsame Entwicklung Künstlicher Intelligenz für selbstfahrende Fahrzeuge.

Der deutsche Automobilzulieferer Continental und das amerikanische Halbleiterunternehmen Nvidia haben die gemeinsame Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI) für selbstfahrende Fahrzeuge angekündigt. Die Markteinführung für Level 3 Funktionen ist für 2021 geplant.

Ziel der Partnerschaft ist laut einer gemeinsamen Pressemitteilung »die Entwicklung von KI-Computersystemen, die von automatisierten Level 2 Funktionen bis hin zu vollständigen Selbstfahrfunktionen der Stufe 5 reichen, bei denen das Fahrzeug weder Lenkrad noch Pedale hat«.

Nachdem im Juni die Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und Nvidia bekanntgegeben wurde, will nun auch Continental einen Nvidia DGX Supercomputer nutzen, um die Entwicklung des autonomen Fahrens zu beschleunigen.

Die Vereinbarung der beiden Unternehmen umfasst die Bildung spezifischer Entwicklungsteams, die in enger Zusammenarbeit Lösungen für selbstfahrende Fahrzeuge auf Basis der Nvidia Drive-Plattform entwickeln sollen. Die Systemlösung für selbstfahrende Fahrzeuge soll auf Continentals Erfahrung im System- und Software-Engineering für Sicherheitssysteme mit der höchsten Bewertungsstufe ASIL D basieren und eine Reihe von hauseigenen Sensortechnologien, wie Radar, Kamera und High-Resolution 3D-Lidar integrieren.

Als Gehirn des Continental Systems ist Nvidia Drive Xavier in der Lage, 30 TOPS (Trillion Operations per Second, Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) für Deep Learning zu liefern, bei einem Energieverbrauch von nur 30 Watt. Dieses Leistungsniveau ist notwendig, um die Verarbeitung großer Datenmengen zu bewerkstelligen, die ein selbstfahrendes Fahrzeug durchführen muss. Dies umfasst den Einsatz tiefer neuronaler Netze: zur Erfassung des Fahrzeugumfelds, zum Verständnis der Umgebung, zur Lokalisierung des Fahrzeugs auf einer HD-Karte, zur Vorhersage des Verhaltens und der Position von anderen Objekten sowie zur Berechnung der Fahrdynamik und eines sicheren Fahrwegs.

Der globale Automobilzulieferer will die KI-Entwicklung mit einem Supercomputer mit mehr als 50 Nvidia DGX-Systemen skalieren, die mit Nvidia Mellanox InfiniBand verbunden sind und auf der Nvidia DGX SuperPOD-Referenzarchitektur basieren. Mit Nvidia DGX und InfiniBand kann Continental neuronale Netzwerke in Formel 1-Geschwindigkeit trainieren - so schnell, dass das Unternehmen nach eigenen Angaben mit seinem neuen Supercomputer 14 Mal mehr Experimente durchführen kann, um die Forschung im Bereich des autonomen Fahrens voranzutreiben.

Continental und Nvidia wollen zunächst eine 360-Grad-Umfelderfassung für automatische Spurwechsel sowie Einfädeln in den Verkehr entwickeln. Darüber hinaus wird das System HD-Karten integrieren, die es dem Fahrzeug ermöglichen, sich selbst zu lokalisieren und Aktualisierungen der Karten bereitzustellen. Später sollen Systeme für das automatisierte und autonome Fahren nach NCAP Anforderungen bis Level 5 folgen.

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