Schwerpunkte

Bosch Motorpressekolloquium 2013:

Automobilelektronik der Zukunft

26. Juni 2013, 16:52 Uhr   |  Gerhard Stelzer


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Wie fahren wir morgen?

Antriebstechniken – die Perspektiven bis 2020.
© Bosch

Antriebstechniken – die Perspektiven bis 2020.

In dieser Dekade werden laut Bohr Verbrennungsmotoren den Markt dominieren. Aber 2020 dürfte sich das Bild langsam wandeln. Er erwartet, dass unter den weltweit 110 Mio. Neufahrzeugen dann bereits zwölf Mio. über einen elektrifizierten Antrieb verfügen werden. Möglich machen sollen das Lithium-Ionen-Batterien, die bei halbierten Kosten pro Kilowattstunde mindestens doppelt so große Reichweiten zulassen. Einen starken Treiber sieht Bohr in der Legislative. Überall ziehen die Abgas- und Verbrauchsnormen für den Straßenverkehr weiter an, in Europa ab 2020 werden 95 g/km CO2 im Flottendurchschnitt gefordert. Technisch bedeutet das, je größer das Fahrzeug, desto mehr Elektrifizierung im zukünftigen Antrieb. Bei Subkompakt-Autos lässt sich das Ziel auch mit effizienten Motorregelungen von Verbrennern erreichen, in der Kompaktklasse gilt das nur noch für Dieselmotoren. Größere Fahrzeuge kommen um Hybridsysteme nicht mehr herum.

Bosch hat dazu ein „Sieben-Punkte-Programm“ aufgelegt:

  1. Eine Reihe von Effizienztechniken, z.B. Turboaufladung verkleinerter Motoren, soll den Verbrauch von Dieseln und Benzinern gegenüber 2012 nochmals um bis zu 20 Prozent senken.
  2. Eine Automatisierung des manuellen Schaltgetriebes mit elektrisch betätigter Kupplung soll fünf Prozent Sprit sparen. Die „eClutch“ schaltet in den Leerlauf, wenn der Fahrer kein Gas gibt.
  3. Das Start/Stopp-System wird zu einem Ausroll- und Segelassistenten ausgebaut. Das System greift auf Navigationsdaten als Sensor zur Außenwelt zurück. Sie ermöglicht eine Vorschau auf Tempolimits und Topografie entlang der Strecke, so dass der Fahrer möglichst früh vor Ortsschildern oder Kurven den Fuß vom Gas nehmen kann. Das spart auf Landstraßen im realen Betrieb bis zu 15 Prozent Kraftstoff.
  4. Für die Mittelklasse kommt Hybridtechnik zum Einsatz. Das „Boost Recuperation System“ (BRS) ermöglicht über das Segeln hinaus auch regeneratives Bremsen. Die Kraftstoffersparnis: bis zu sieben Prozent.
  5. Der weltweit erste Hydraulik-Hybridantrieb für Personenwagen speichert Bremsenergie in einem Druckbehälter und stellt die Energie beim Beschleunigen wieder bereit. Der Verbrauch sinkt damit im Schnitt um 30 Prozent, in der Stadt sogar um bis zu 45 Prozent.
  6. Für größere Fahrzeuge bietet Bosch „Strong-Hybrid“-Systeme. Sie reduzieren den Verbrauch um bis zu 25 Prozent.
  7. Plug-in-Hybrid-Systeme erlauben die Kombination aus rein elektrischen Stadtfahrten und konventionellen Langstreckentouren. Die Aufladung der Batterie erfolgt über die Steckdose. Zwar kommen Stromkosten hinzu, aber der Spritverbrauch sinkt im Fahrzyklus um 50 Prozent. Die Plug-in-Hybrid-Lösung des Porsche Panamera kommt von Bosch.

Darüber hinaus bietet der Kfz-Ausrüster auch den kompletten Antriebsstrang für reine Elektrofahrzeuge an. Die erste Komplettlösung verrichtet im Fiat 500e seinen Dienst. Bis Ende 2014 wird Bosch rund 30 Serienprojekte rund um die Elektrifizierung des Antriebsstrangs realisiert haben. Derzeit investiert Bosch rund 400 Mio. Euro jährlich in die Elektromobilität.

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1. Automobilelektronik der Zukunft
2. Wie fahren wir morgen?
3. Unfallschutz durch automatisches Fahren

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