SPS IPC Drives ZVEI: Automatisierungsbranche wächst 2013 wieder

Roland Bent: "Für 2013 lassen sich aus den vorliegenden Daten derzeit weder gravierende Wachstumsimpulse noch eine deutliche Verschärfung der Rückgänge im Geschäftsverlauf erkennen."
Roland Bent: "China hat das Ziel, sich von einem Produktionsstandort zu einem Innovationsstandort zu wandeln."

Die deutsche Automatisierungsbranche hat keinen Grund zum Jammern: Zwar kann sie sich der Eurokrise nicht entziehen, aber der ZVEI geht für 2012 von einer „stabilen Seitwärtsbewegung aus“ und rechnet 2013 wieder mit einem leichten Wachstum.

Der Optimismus, der vom ersten Tag auf der SPS/IPC/Drives zu spüren war, hat seinen Grund: Laut ZVEI Fachverband Automation ist von Januar bis September 2012 der kumulierte Umsatz der Branche um gut ein Prozent auf 35,7 Milliarden Euro gewachsen. Allerdings sei gleichzeitig der Auftragseingang um 2,8 Prozent zurückgegangen, weshalb unterm Strich eine deutliche schwarze Null für dieses Jahr übrig bleiben dürfte. Gemessen am starken Umsatzwachstum in 2011 sei das keine Katastrophe für die Branche, außerdem zeichnet sich für nächstes Jahr bereits wieder Wachstum ab, „vorausgesetzt, die Euro-Krise verschärft sich nicht“, so Roland Bent, Vorstandsmitglied im ZVEI-Fachverband Automation.

Wieder einmal war für die deutsche Automationsbranche der Export ausschlaggebend für das gute Ergebnis: Mit einem Volumen von 22,2 Milliarden Euro legte der Export um gut fünf Prozent zu. Erfreulich dabei ist, dass besonders stark die Exporte in die USA gewachsen sind und zwar um 17,3 Prozent. „Die US-Wirtschaft ist stabiler, als von vielen geglaubt“, so Bent. Der zweite Wachstumsmarkt im Export ist wie nicht anders zu erwarten Südost-Asien und dort natürlich vor allem China, hier konnten die deutschen Automatisierer ein Plus von 10 Prozent erzielen.

Für den weltweiten Automatisierungsmarkt konnte der ZVEI noch keine konkreten Zahlen vorlegen, jedoch dürfte in 2012 die 400-Milliarden-Euro-Hürde genommen werden. Bemerkenswert ist, dass sich China von einem Import- zu einem Export-Land im Bereich Automatisierung gewandelt hat. Dieses Jahr dürften über 30 Prozent der weltweit hergestellten Automatisierungskomponenten und –Systemen aus dem Reich der Mitte kommen. Ob dies langfristig eine Bedrohung für unser Exportgeschäft darstellt? Eine eindeutige Antwort darauf lässt sich nicht geben, so Roland Bent. Noch treten chinesische Unternehmen in Deutschland kaum auf, aber China habe sich zum Ziel gesetzt, sich „von einem Produktionsstandort zu einem Innovationsstandort zu wandeln“. Wie ernst es den chinesischen Firmen ist, zeigt sich auf der SPS/IPC/Drives: Mit insgesamt 47 Ausstellern hat sich China im  Länderranking auf Platz vorgearbeitet. Nur aus Deutschland und Italien kommen mehr Aussteller.