XML – Hype oder Segen?

Basierend auf der eXtensible Markup Language (XML) sind zahlreiche Beschreibungssprachen Managementebene Teil 1 XML in der Automation 022_CA708-15 XML L 03 30.07.2007 15:26 Uhr Seite 22 entstanden, die Lösungen für den Informationsaustausch zwischen Geräten und Applikationen unterschiedlicher Hersteller bieten. Ihre Vielzahl erschwert jedoch die Übersicht und birgt die Gefahr, dass die bezweckte Interoperabilität nur über aufwendige „Konnektoren“ zu erreichen ist.

Basierend auf der eXtensible Markup Language (XML) sind zahlreiche Beschreibungssprachen Managementebene Teil 1 XML in der Automation 022_CA708-15 XML L 03 30.07.2007 15:26 Uhr Seite 22 entstanden, die Lösungen für den Informationsaustausch zwischen Geräten und Applikationen unterschiedlicher Hersteller bieten. Ihre Vielzahl erschwert jedoch die Übersicht und birgt die Gefahr, dass die bezweckte Interoperabilität nur über aufwendige „Konnektoren“ zu erreichen ist.

INHALT:
Die Einsatz-Szenarien
XML – ein „moving target“
Die wichtigsten Sprachen
Das „Wiki der Automation“
Was ist XML?
Autoren

Die zunehmende Integration von IT-Technologien in die Automation eröffnet unbestritten neue Potenziale, bringt aber auch Risiken und Probleme mit sich. Dies ist vor allem in den unterschiedlichen Charakteristika der Anwendungsbereiche begründet. Daher ist es notwendig, die IT-Technologien hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit kritisch zu bewerten und zu adaptieren.

Die industrielle Automatisierung ist geprägt durch dezentrale Systemarchitekturen, in denen immer komplexer werdende Geräte unterschiedlicher Hersteller über heterogene Kommunikationssysteme vernetzt sind. Mit steigender Funktionalität sowie mit zunehmender vertikaler Integration und stärkerer informationstechnischer Durchdringung im Lebenszyklus geht ein stetig wachsendes Datenaufkommen einher. Der Austausch wichtiger Informationen, zum Beispiel über Gerätekonfigurationen, Diagnose-Informationen oder statistisch aufbereitete Prozessdaten, muss daher auch zwischen Geräten und Softwaresystemen unterschiedlicher Hersteller innerhalb der automatisierten Anlage oder innerhalb des Lifecycle in effizienter Weise möglich sein.

Einen interessanten Lösungsansatz bieten Beschreibungssprachen auf der Basis der eXtensible Markup Language (XML). Zahlreiche Firmen, Konsortien, Universitäten und Hochschulen entwickeln Beschreibungen beispielsweise für Feldgeräte-Eigenschaften, für Kommunikationsprotokolle oder für (Echtzeit-)Prozessdaten. Trotz der immanenten Vereinheitlichung der Informations-Strukturierung durch die grundlegenden XML-Konzepte differieren die entstandenen XML-Dokumente erheblich. Zudem fällt sowohl Anwendern als auch Nutzern derzeit eine Orientierung wegen der Vielzahl existierender Sprachen und Dialekte schwer.

Warum ist das so? Da in der Automation eine Vielzahl XML-basierter Beschreibungssprachen entstehen, die dieselben Informationen mit unterschiedlicher Syntax und Semantik definieren, sind jeweils spezifische Konsumenten erforderlich, die genau „ihre“ XML-Daten erwarten und „richtig“ verwerten. Dies wirdtypisch durch Festlegungen von applikationsspezifischer Syntax und Semantik in Form von XML-Schemata realisiert. Die Schema-Spezifikation des W3C bietet ein Grundgerüst an Elementen, schränkt deren Verwendung jedoch nicht ein. Dadurch entstehen die bereits angesprochenen unterschiedlichen Strukturen für semantisch gleichartige Daten in den einzelnen Anwendungen. Die entstandenen XMLDokumente und Schemata sind daher heterogen und stehen untereinander kaum in Beziehung, wodurch letztlich Vorteile von XML verschwendet werden.