EU-Gesetzgebung Vorschnelle Regulierung behindert Industrie 4.0

Die zunehmende Digitalisierung in der Industrie bietet Wachstumschancen für die Wirtschaft, insbesondere auch für die europäische. Der VDMA macht sich nun Sorgen, dass diese Chancen durch zu starke Reglementierungen verringert werden könnten.

Eine strikte Regulierung intelligenter Roboter wurde kürzlich in einem aktuellen Bericht des Europäischen Parlaments gefordert. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) befürchtet nun, dass eine in diese Richtung gehende Gesetzgebung, den Raum für Innovationen einschränken könnte – und zwar nicht nur in der Robotik, sondern insgesamt in der gesamten Digitalisierung der Produktion.

„Das Europäische Parlament fordert schon heute die Regulierung für Technologien, die noch gar nicht auf dem Markt sind. Wir können noch gar nicht absehen, wie die Menschen in fünf oder zehn Jahren produzieren und konsumieren. Mit diesem Übereifer schränkt die Politik den Spielraum für Innovationen ein und gefährdet die Entwicklung von Industrie 4.0 in Europa“, meint VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann. Es sei dennoch richtig, eine Debatte über den Rechtsrahmen für Industrie-4.0-Applikationen zu führen. Allerdings solle die Politik dabei den Kontakt zu den betroffenen Unternehmen suchen, damit die Regulierung nicht an der Realität vorbeigehe. Es sei viel zu früh, schon jetzt Details wie ein Roboterregister oder die Sozialabgaben für Roboter festzulegen.

Der VDMA reagiert auf einen Initiativbericht, den der Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments am 31. Mai über den rechtlichen Umgang mit intelligenten Robotern veröffentlicht hat. Darin wird die Europäische Kommission aufgefordert, konkrete Regulierungsvorschläge wie Registrierungspflichten oder Gefährdungshaftung für Technologien vorzuschlagen, die in der Industrie noch gar nicht angewandt werden.