Von der Planung bis zum Betrieb – ein steiniger Weg

Der Weg zu einer Automatisierungslösung ist begleitet von einer Vielzahl an Informationen, die verschiedenen Quellen und Sichten entstammen. Bis dato werden diese fast ausschließlich händisch zwischen den Phasen des Lifecycle übergeben. Wie kann XML dazu beitragen, zumindest einen Teil der hinderlichen Steine aus dem Weg zu räumen?

Der Weg zu einer Automatisierungslösung ist begleitet von einer Vielzahl an Informationen, die verschiedenen Quellen und Sichten entstammen. Bis dato werden diese fast ausschließlich händisch zwischen den Phasen des Lifecycle übergeben. Wie kann XML dazu beitragen, zumindest einen Teil der hinderlichen Steine aus dem Weg zu räumen?

Die Entwicklung einer Automatisierungslösung durchläuft typischerweise einen Lebenszyklus mit aufeinander aufbauenden Phasen: Nach Klärung und Festlegung der Anforderungen zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber ist die Lösung zu planen und zu projektieren, geeignete Geräte sind auszuwählen und zu bestellen, die erforderlichen Hardware- und Softwarelösungen sind zu implementieren, und schlussendlich werden die Geräte konfiguriert und in Betrieb genommen. Damit nicht genug: Während oder nach einer Betriebsphase sind Geräte gegebenenfalls zu erneuern oder zu ergänzen. Dieser gesamte Vorgang ist hochgradig komplex, da hierbei nicht nur die gewünschten Funktionen, sondern auch nicht funktionale Anforderungen zu erfüllen sind, die sich unter anderem aus den künftigen Umgebungs- und Einbaubedingungen, den vorhandenen Schnittstellen oder aus den Kenntnissen und Erfahrungen der Anwender ergeben. Außerdem erfordert die Applikationserstellung in der Regel ein stark interdisziplinäres Vorgehen, da Spezialisten unterschiedlichster Fachdisziplinen und Gewerke gemeinsam zur Lösung beitragen müssen.

In der Praxis werden heute entlang der Planungsphasen detaillierte Anforderungen an Geräte bestenfalls in Form von Eigenschafts- oder Merkmalleisten spezifiziert. Zur Auswahl und Bestellung geeigneter Geräte sind aber genau diese Anforderungsmerkmale mit den entsprechenden Gerätemerkmalen zu vergleichen, die die Hersteller für ihre Komponenten angeben. Zur Integration der Geräte in ein Automatisierungssystem sowie zur Projektierung und Inbetriebnahme der Geräte sind noch weitere Merkmale von Bedeutung – beispielsweise was die konkrete Auslegung von Kommunikationseigenschaften oder der Konfiguration interner Verarbeitungsfunktionen betrifft. Jede Phase des Lebenszyklus und jede an einem Projekt beteiligte Fachdisziplin benötigt somit eigene Daten beziehungsweise definiert eigene Sichten auf ein Gerät, die sich aufgrund der diversen Sichten und auch aufgrund historischer Entwicklungen in jeweils spezifischen Gerätemodellen und Sprachen widerspiegeln. Unterschiedliche Informationen, unterschiedliche Bezeichnungen für gleiche Informationen und unterschiedliche Strukturierungen sind damit an der Tagesordnung. Ergo fließen die Daten innerhalb des Lifecycle nicht ungestört, sondern unterliegen Brüchen an den Phasenübergängen. Computer-unterstützte Planungs- und Projektierungswerkzeuge (CAE) definieren zwar intern oft durchgängige Datenstrukturen über mehrere Phasen, bieten aber im Allgemeinen ebenfalls keine Durchgängigkeit zu Fremdgewerken oder Geräte-Anbietern.

Aus dieser unbefriedigenden Situation heraus sind Bestrebungen entstanden, die auf eine übergreifende Standardisierung bestimmter Sichten auf ein Gerät zielen. Ein Beispiel hierfür ist die Namur-Empfehlung NE100 zur Vereinheitlichung von Lieferanten- Kunden-Beziehungen. Darüber hinaus existieren verschiedene Ansätze zur Definition von unabhängigen Austauschformaten über den gesamten Lifecycle, von Produktdaten wie zum Beispiel STEP (Standard for the Exchange of Product model data) oder auch zur Definition von Metasprachen zum Zwecke des Datenaustausches. Welchen Einfluss nehmen diese nun konkret auf die einzelnen Phasen des Lifecyle?