Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VDMA korrigiert Prognose

Es scheint, als habe der Branchenverband VDMA die Entwicklung des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus unterschätzt. Entgegen der allgemeinen Stimmungslage korrigieren die Volkswirte ihre Prognosen für das laufende und das kommende Jahr nach oben.

Bislang war der VDMA für das laufende Jahr von einem Nullprozent-Wachstum für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau ausgegangen. Allerdings konnte die Maschinenproduktion in den ersten sechs Monaten diesen Jahres das Vorjahresniveau um vier Prozent übertrumpfen - "das zieht das gesamte Jahresergebnis nach oben", kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Im ersten Quartal expandierte die Maschinenproduktion laut VDMA um gut acht Prozent. Im darauf folgenden zweiten Vierteljahr lag sie mit einem Plus von 0,2 Prozent weitgehend auf dem Vorjahresniveau. Für den weiteren Jahresverlauf geht der Verband davon aus, dass sich die Orderrückgänge der ersten Jahreshälfte etwas stärker in der Maschinenproduktion bemerkbar machen und das Jahresergebnis auf ein Plus in der Größenordnung von zwei Prozent drücken.

Für das erste Quartal des kommenden Jahres stellt sich der Verband auf Minusraten ein, denn die Produktion muss sich am hohen Vorjahresniveau messen lassen. Mit Auslaufen dieses Effektes und unter der Annahme, dass sich das weltwirtschaftliche Umfeld aufhellt, dürfte sich die deutsche Maschinenproduktion aber wieder ins Plus drehen, so der VDMA. Als wesentliche Voraussetzung dafür nennt er eine De-Eskalation der Staatsschulden- und Eurokrise. Unter diesem Vorzeichen sollte die in diesem Jahr rückläufige Nachfrage im Jahr 2013 spürbar abnehmen. Der Verband unterstellt, dass sich die Konjunktur auf wichtigen Auslandsmärkten - insbesondere der Volksrepublik China - fängt. Dabei baut er auf die gute Aufstellung der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer im internationalen Wettbewerb.

"Uns ist durchaus bewusst, dass diese Prognose einer Zuspitzung der Probleme im Euro-Raum nicht standhält und sie in einem gewissen Widerspruch zur aktuellen Stimmungslage steht", erklärt VDMA Hauptgeschäftsführer Dr. Hannes Hesse mit Blick auf die angenommenen Pluszahlen. Er gehe davon aus, dass zwar nicht alle Fachzweige im Maschinen- und Anlagenbau Produtkionszuwächse erwarten können, dass dies jedoch ein Plus für den Maschinenbau im Ganzen nicht ausschließe.