Schwerpunkte

Visualisieren über Ethernet

20. Dezember 2007, 08:11 Uhr   |  Stefan Sittel


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Visualisieren über Ethernet

Ebenso können mehrere Remote-Monitore gleichzeitig mit einem PC verbunden sein. Im „Parallelbetrieb“ zeigen alle Remote-Monitore das gleiche Bild einer Applikation und die Bediener haben dieselben Eingabemöglichkeiten. Diese Funktion unterstützen zum Beispiel das VNC- und das NetOp-Protokoll. Auf diese Weise können viele Monitore an einen PC angeschlossen werden, lediglich begrenzt durch die Leistungsfähigkeit der CPU und des Speicherausbaus des PC.

Auch ist ein „Individualbetrieb“ mehrerer Remote-Monitore an einem PC möglich. Dazu sind ein Server-Betriebssystem auf dem PC und die entsprechende Zahl an Lizenzen der SCADA-Software notwendig. Einmal eingerichtet können mehrere Bediener gleichzeitig an diesem PC unabhängig voneinander Prozessbilder darstellen, verschiedene Anlagenbereiche steuern oder Applikationen starten.

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Die Distanz zwischen Remote-Monitor und der nächsten aktiven Netwerkkomponente (Switch, Hub, Router oder PC) darf maximal 100 m betragen. Dies reicht für die meisten Anwendungen vollkommen aus, um den Ex-Bereich zu verlassen und einen Switch oder Repeater im sicheren Bereich als Verstärker zu installieren. Wo dieses Vernetzungskonzept nicht realisierbar ist, können spezielle Switche für die Zonen 2 und 22 sowie die Zonen 1 und 21 eingesetzt werden. Noch größere Distanzen lassen sich über Lichtwellenleiter realisieren. Entsprechende CU/ LWL-Umsetzer gibt es auch für die Zonen 1 und 21. Für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen können im sicheren Bereich über DSL-Modems vorhandene TP-Leitungen (Twisted Pair) genutzt werden. Damit sind bis zu 1000 Meter möglich. Ebenso lässt sich ein WLAN (IEEE 802.11) zur Vernetzung einsetzen, etwa um Teilstrecken zu überbrücken. Auch hierfür sind Access-Points und WLAN-Antennen für die Ex-Zone am Markt verfügbar. Die erreichbare Distanz lässt sich jedoch nur nach einer genauen Messung der Signalstärken (Funkausleuchtung) ermitteln. Die Bandbreite reicht hier von einigen Dutzenden Metern bis über 100 m. Der Einsatz von WLAN zur Übertragung von aktiven Bedieneingriffen sollte aber genau abgewogen werden.

RDP-Technologie im Einsatz

DuPont setzt die Remote-Monitore Visunet RM am neu aufgebauten Standort Jia Ding in China in den Produktionsanlagen für Lacke und Zusatzstoffe für anspruchsvolle Oberflächenbehandlungen ein. Für die explosionsgefährdeten Zonen suchte das Unternehmen eine Lösung zur Visualisierung der Fertigungsprozesse. Dabei sollte ein vor Ort installierter PC mit Monitor als Benutzerschnittstelle dienen und über RDP-Technologie an das Leitsystem angebunden werden. Insgesamt lieferte Pepperl+Fuchs zehn Bediensysteme, die über RDP an das Leitsystem von Rockwell angebunden sind. Aufgrund der positiven Erfahrungen wird auch das bestehende Werk in Donguan mit der RDP-Technologie ausgestattet. (Stefan Kuppinger)

Stefan Sittel

ist Business Development Manager bei Pepperl + Fuchs Extec in Mannheim.

Speziell im Ex-Bereich gilt es Randbedingungen zu beachten, wie die Vermeidung von Funkenbildung oder unzulässige Erwärmung der Oberflächen. Ein PC-Display mit Hinterleuchtung, Tastatur und Maus hat eine Leistungsaufnahme von rund 65 W. Für die großen Energieverbraucher Hinterleuchtung und Prozessor-Board bietet sich die Zündschutzart Ex q (quartz „sandgekapselt“ gemäß EN 50017/IEC 60079-5) an. Die Schnittstellen für Tastatur, Maus, Touchscreen und die seriellen Schnittstellen für Peripheriegeräte wie Barcode-Leser oder RFID-Systeme sind dagegen eigensicher in Ex-i gemäß EN 50020/IEC 60079-11 ausgeführt. Schließlich müssen sich solche Komponenten bei Bedarf ohne Feuerschein auswechseln oder ergänzen lassen.

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Bild 2: Mit dem Ethernet-basierten Terminal-Konzept lassen sich flexible Bedienkonzepte mit mehreren Remote-Terminals und Visualisierungs-Rechnern realisieren.

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