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Alphabet lockt deutsche Ingenieure

Google steigt in Industrie-Robotik ein

27. Juli 2021, 14:30 Uhr   |  Ute Häußler


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Deutsche Experten entwickeln die Technologie

Robotik-Experten aus Deutschland

Neben CTO Torsten Kröger sind der deutsche Engelberger-Preisträger Martin Hägele, Robotik-Innovator Rainer Bischoff und »die Koryphäe des Reinforcement Learning«, Stefan Schaal bereits bei Intrinsic angestellt. Die junge Firma sucht auf allen Kanälen Robotik-Fachkräfte, entweder für die Google Zentrale in Mountain View, Kalifornien oder den Entwicklungsstandort München. Jürgen Sturm ist als neuer Robotics Lead im bayerischen Intrinsic-Team. Der Tech-Experte schreibt in einem LinkedIn-Artikel, dass er mit seinem Team an einer Lösung arbeite, die die Programmierung von Robotern erheblich vereinfachen soll. Er will mit der Alphabet-Tochter  »ein einfaches und intuitives Produkt entwicklen, das es jedem Benutzer leicht macht, Aufgaben auszuführen, ohne sein Potenzial, verrückte Ideen zu entwickeln, einzuschränken.« Sturm wirbt ganz offensiv und mit großen amerikanisch angehauchten Statements um neue Mitarbeiter: »Bei Intrinsic haben wir die aufregende Möglichkeit, bahnbrechende Technologien zu echten Menschen zu bringen und ein spannendes Geschäftspotenzial in der Robotik.«

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© intrinsic

Ein Roboter im Intrinsic-Labor nutzt maschinelles Lernen und Kraftsteuerung, um drei verschiedene Arten von Stromsteckern anzuschließen.

Mit dieser Technologie will Intrinsic die Industrierobotik erobern

Wie die CEO Wendy Tan-White in der Vorstellung der neuen Robotik-Firma schreibt, hat das Team in den letzten Jahren bei X daran geforscht, wie Industrieroboter zunächst ihre Umgebung  erkennen und kontinuierlich dazu lernen, sich selbst daraufhin optimieren und damit noch besser Aufgaben erledigen. Die Robotik soll damit »in einem breiteren Spektrum von Umgebungen und Anwendungen funktionieren.«  In Zusammenarbeit mit mehreren Alphabet-Teams und mit Partnern in echten Produktionsumgebungen habe das heutige Intrinsic-Team Software getestet, die Techniken wie automatisierte Wahrnehmung, Deep Learning, Reinforcement Learning, Bewegungsplanung, Simulation und Kraftsteuerung nutzt.

Partner in einem der ersten Intrinsic-Projekte ist die ETH Zürich mit Gramazio Kohler Research. Industrieroboter sollen hier Holzbauteile für ein ökologisches Bauprojekt zusammensetzen. In einem anderen Test-Projekt wurde statt in hunderten Programmierstunden ein Roboter innerhalb von 120 Minuten darauf trainiert, ein USB-Kabel korrekt anzuschließen. Einfache Aufgaben wie diese sind heute für Firmen noch nicht kosteneffizient automatisierbar. Auf dieser Basis will Tan-White mit ihrem Intrinsic-Team die Industrierobotik revolutionieren: »Dies zeigt das Potenzial der Intrinsic-Software, den Zeit-, Kosten- und Komplexitätsaufwand für den Einsatz von Industrierobotern radikal zu reduzieren - und damit langfristig bei einer viel höheren Anzahl von Problemen zu helfen und die Vielfalt von Produkten zu erhöhen, die damit kostengünstig und nachhaltig produziert werden können.«

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