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SAP ist nicht gleich SAP

05. September 2007, 14:11 Uhr   |  Stefan Huber


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

SAP ist nicht gleich SAP

Die Verwendung der IDOC-Technologie bringt einen weiteren Nachteil mit sich, der nicht unerwähnt bleiben soll: Während die BAPI-Technologie eine sofortige Rückmeldung über den Verbuchungsstatus erlaubt und auch die Weiterverarbeitung der Informationen gewährleistet, erhält man bei der IDOCTechnologie lediglich die Rückmeldung, ob das IDOC erfolgreich am SAP angekommen ist, jedoch keine Information über den weiteren Verbuchungsstatus. Soll etwa über die Automatensoftware ein Fertigungsauftrag im SAP-System angelegt werden, so meldet die BAPI Technologie sofort den Status der Verbuchung zurück und übermittelt im Erfolgsfall direkt die Auftragsnummer, die SAP für den Auftrag vergeben hat. Bei der IDOC-Technologie erhält man nur den Status zurück, dass die Daten erfolgreich am SAP angekommen sind. Auf die Erfolgsmeldung der Verbuchung und die Auftragsnummer wartet man vergebens.

Die dritte genannte Technologie – Batch Input – arbeitet mit einer Makro- Technik. Dabei werden die Eingabemasken innerhalb SAP so aufgerufen als würde ein Benutzer die Daten manuell eingeben. Diese Technologie ist zweifelsfrei dem Geschäftsprozess am nächsten, da es die gleiche Technologie der Benutzer verwendet. SAP unterstützt diese Technologie für viele Dialoge nicht mehr, bietet in diesen Fällen jedoch immer die BAPIund/ oder IDOC-Technologie alternativ an. In der Praxis werden Geschäftsprozesse innerhalb SAP häufig geändert und erweitert. Beispiel: Die Eingabemaske erhält zusätzliche kundenspezifische Eingabefelder. Häufig macht sich der Kunde dann aber nicht mehr die Mühe diese Erweiterungen in die Schnittstellen-Technologien, also BAPIs und IDOCs zu integrieren. – Ein klassischer Fall, bei dem dann letztlich doch auf die Batch-Input-Technologie gesetzt wird. Als Fazit bleibt: Es ist unmöglich, eine ideale Lösung ohne Anpassungsaufwand zu finden, sollen die jeweiligen Anforderungen und Präferenzen der Kunden und die möglichen Fehlerursachen Berücksichtigung finden.

Umso mehr, als dass in den meisten Fällen eine Anbindung eines Automaten oder einer Maschine auch nicht nur aus einem Geschäftsprozess besteht, sondern sehr vielschichtig gestaltet ist. So besteht etwa die Anbindung eines Werkzeugausgabe- Automaten aus mehr als fünf Geschäftsprozessen: Warenentnahme, Bestellwesen, Wareneingang, Inventur, Stammdatenverteilung. Beim Bestellprozess benötigt der Automat zum Beispiel die von SAP vergebene Bestellnummer zurück; ein gutes Beispiel, um auf die BAPI-Technologie zu setzen. Bei Warenentnahmen kommt es sehr häufig zu Sperrproblemen, das heißt, zum Zeitpunkt der Verbuchung der Warenentnahme befindet sich ein anderer Benutzer gerade im Änderungsmodus. Somit kann die Verbuchung nicht durchgeführt werden und der Prozess wird fehlerhaft beendet. – Hier bietet sich die Verwendung der IDOC-Technologie an, da sich damit sehr einfach die Verbuchung automatisiert wiederholen lässt.

Der Werkzeugausgabe-Automat

Zum effizienten Umgang der Ressourcen ist in produzierenden Unternehmen die zeitliche, mengenmäßige und auch räumliche Planung und Steuerung sämtlicher Materialbewegungen von großer Bedeutung.Was die Einbindung von Werkzeugausgabe-Automaten betrifft, geht der Informationsbedarf dadurch über die bislang übliche Definition der Anwenderprofile des Fertigungs-Personals hinaus. Dieses Profil genügte, um den Mitarbeitern die Werkzeuge zuzuteilen, die sie für ihre Arbeit benötigten. Für die weitergehenden Informationen benötigt der Automat jedoch auch Daten aus dem ERP-System, da der Verbrauch von Werkzeugen direkten Einfluss auf die Materialwirtschaft des Kunden hat. Realtech erhielt von Kennametal deshalb den Auftrag, mittels IM/3 eine sichere Datenkopplung zwischen den Werkzeugausgabe-Automaten von Kennametal und den unterschiedlichsten SAP-Konfigurationen eines Endkunden zu generieren. Als Lösung entstand ein Standard-Schnittstellenpaket zwischen dem Werkzeugausgabe- System (CaPaX) von Kennametal und dem SAP-System. Die Daten der Software des CaPaX und des zugeordneten SAP-Systems werden automatisch synchronisiert, indem IM/3 die jeweils benötigten Daten aufbereitet und die erforderlichen Transaktionen zu deren Verarbeitung ausführt. Die Kommunikation zwischen den Systemen erfolgt online. Auf dem Werkzeugausgabe-Automaten wurde hierfür der IM/3-Proxy installiert, der im Hintergrund die sichere Datenkopplung sicherstellt. Die korrekte und zuverlässige Verarbeitung der Daten stellt die integrierte Überwachungsoption des Interface-Managers sicher. Eine fehlerhafte oder unvollkommene Verarbeitung wird angezeigt und einem autorisierten SAP-Anwender mitgeteilt. Das IM/3-Fehlermanagement unterstützt den Anwender durch eine Dialogverarbeitung bei der Korrektur eventuell aufgetretener Datenfehler.

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