SAP ist nicht gleich SAP #####

Viele Maschinenbauer halten in ihren Produkten zertifizierte SAP-Schnittstellen zur Anbindung an ein ERP-System vor. Meist sind die Schnittstellen jedoch zu generisch gehalten und nicht auf die Prozesse des Kunden abgestimmt. – Wie kann der Anwender dennoch einem unkalkulierbaren Aufwand für Anpassung und Pflege der Schnittstellen entgehen?

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Stefan Huber

Viele Maschinenbauer halten in ihren Produkten zertifizierte SAP-Schnittstellen zur Anbindung an ein ERP-System vor. Meist sind die Schnittstellen jedoch zu generisch gehalten und nicht auf die Prozesse des Kunden abgestimmt. – Wie kann der Anwender dennoch einem unkalkulierbaren Aufwand für Anpassung und Pflege der Schnittstellen entgehen?

INHALT:
Viele Wege führen ins SAP
Der Werkzeugausgabe-Automat
Ein Interface-Manager
Autor

Den Maschinenbauern ist bewusst: Wer heute Maschinen und Automaten an große und mittelständische Unternehmen verkaufen will, muss davon ausgehen, dass der potenzielle Kunde ein Enterprise- Ressource-Planning-System (ERP) einsetzt, um seine betriebswirtschaftlichen Prozesse abzubilden. Da häufig ein SAPProdukt als ERP-System zum Einsatz kommt, rühmen sich viele Automatenhersteller, eine zertifizierte SAP-Schnittstelle in ihren Produkten vorzuhalten. Bei genauerer Betrachtung der Kunden-Applikation zeigt sich allerdings sehr oft, dass die vorhandenen Schnittstellen zu generisch gehalten und eben nicht auf die Prozesse des Kunden abgestimmt sind.

Viele Wege führen ins SAP

Zweifelsfrei bietet SAP Möglichkeiten für untergeordnete Systeme, Daten aus dem SAP-System zu empfangen oder an das SAP-System zu senden und zu verbuchen. Die wichtigsten Technologien hierfür sind:

  • BAPI, die Business Application Programming Interfaces,
  • IDOC, die Intermediate Documents (IDOC)
  • und der Dialog-gehaltene Batch Input.

Jede dieser Technologien hat ihre Vorund Nachteile, wobei zu berücksichtigen ist, dass auch nicht für jeden Geschäftsprozess innerhalb SAP alle Technologien zur Verfügung stehen.

Der Hauptunterschied der Technologien liegt in den Monitoring-Fähigkeiten. So bietet die IDOC-Technologie ein technisches Monitoring innerhalb des SAP-Systems. Ein Ampelsystem stellt den Status der IDOCs dar, die Daten – in Segmenten und Feldern aufbereitet – sind sichtbar und auch editierbar. Die Verbuchung kann manuell oder automatisiert wiederholt werden. Wichtig ist, dass dieses Monitoring rein technisch ist und deshalb meist in Verantwortung des IT-Basisbetriebs verbleiben muss. Ein entscheidender Nachteil, denn der Fachbereich könnte die Fehlerursachen viel besser beurteilen und bereinigen.

Noch drastischer sieht es mit den Monitoring- Fähigkeiten bei der BAPI-Technologie aus. Die von SAP als Services zur Verfügung gestellten Funktionen liefern sämtliche Meldungen zurück an den aufrufenden Prozess – also an die Maschinen- oder Automatensoftware. Somit muss sich dieses System um das komplette Monitoring und Fehlermanagement kümmern – eine enorme Herausforderung, zumal die Fehlermöglichkeiten und damit verbundenen unterschiedlichen Fehlerbeseitigungs-Workflows sehr komplex sind: Wie soll ein Fehler gefunden werden? Soll also zunächst der SAPFachbereich benachrichtigt werden, um dann den Fehler auf der Oberfläche der Automatensoftware zu beseitigen? Ein Grund, weshalb sehr häufig die IDOC-Technologie zum Zuge kommt. Also nicht, weil es für den eigentlichen Geschäftsprozess die beste technologische Lösung wäre, sondern weil sich so zumindest ein Monitoring-Werkzeug nutzen lässt, auch wenn es nicht direkt durch den Fachbereich bedien- und nutzbar ist.