Schwerpunkte

Umsatzprognose für 2021

Robotik und Automation zurück auf Wachstumskurs

10. Juni 2021, 15:28 Uhr   |  Andreas Knoll


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Impulse für die Zukunft

Wilfried Eberhardt, VDMA Robotik+Automation
© VDMA

Wilfried Eberhardt, VDMA Robotik+Automation: »Die Prognose für das laufende Jahr 2021 zeigt eine kräftige Erholung und bedeutet eine positive Trendwende für die Branche.«

Die Nachfrage für Robotik und Automatisierungstechnik steht im Zeichen starker Nachholeffekte: Investitionen wurden im Verlauf der Coronakrise verschoben und füllen jetzt die Auftragsbücher. Der gesellschaftliche Umbau auf dem Weg zu Klimaneutralität und nachhaltiger Nutzung von Ressourcen sorgt zudem für Neugeschäft: Robotik und Automatisierung erweisen sich zunehmend als Schlüsseltechnologien.

Dazu drei Beispiele:
• In der Landwirtschaft helfen Low-Cost-Feldroboter dabei, Unkraut durch künstliche Intelligenz zu lokalisieren und gezielt mit Lasern zu verbrennen. Biobauern halbieren mit einer solchen Automatisierungslösung von Igus aus Köln ihre Unkrautvernichtungskosten und ersetzen gleichzeitig chemische Wirkstoffe.
• Um Brennstoffzellen für den Wasserstoffantrieb von Autos künftig kosten- und energiesparend zu produzieren, setzt die Industrie auf Automatisierungstechnik. Das 2019 in Saarbrücken gegründete Unternehmen Innocise bietet zusammen mit Schunk neuartige Robotergreifer an, deren Prinzip von der Natur abgeschaut ist. Sie nutzen bionische Hafteigenschaften und kommen beim Greifen der Komponenten ohne externe Energie aus. Damit sinkt der Energiebedarf in der Produktion erheblich.
• Leistungsfähige Batterien sind eine Kerntechnologie für die Dekarbonisierung – im Verkehrssektor und in der industriellen Produktion, in stationärer Speichertechnik sowie zur Stabilisierung von Stromnetzen. Intelligente Automatisierung verringert Produktionskosten, was der Batterietechnik in der E-Mobility und anderen Bereichen zum Durchbruch verhilft. Gleichzeitig verringert sich durch die hocheffiziente Fertigungstechnik der CO2-Rucksack.

Innovation „Made in Germany“ – Sonnenkraftwerk

Als beeindruckendes aktuelles Beispiel für Robotik und Automatisierung im Energiesektor bezeichnet der Fachverband den Bau eines der größten Sonnenkraftwerke der Welt. Die Konstanzer Firma RCT Solutions liefert in diesem Projekt Produktions-Know-how und Technologie „Made in Germany“. Dem Bauherrn und Betreiber in der Türkei, einer der größten Baukonzerne des Landes, helfen die Experten vom Bodensee, sich von internationalen Lieferketten für Solarpanels zu entkoppeln. Im ersten Schritt fertigt eine eigens aufgebaute Industrie-4.0-Fabrik in Ankara 3,5 Mio. Solarmodule. In einem Photovoltaik-Kraftwerk im 260 km entfernt gelegenen Konya werden diese Panels aus eigener Herstellung direkt nach ihrer Produktion installiert. Ziel ist, in der letzten Ausbauphase 1 GW Strom aus Sonnenenergie zu erzeugen – im sechstgrößten Sonnenkraftwerk der Welt. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 1,1 Mrd. Euro.

»In vielen europäischen Ländern denkt man derzeit darüber nach, wieder eine komplette Photovoltaik-Wertschöpfungskette aufzubauen, die alle Produktionsschritte umfasst«, sagt Peter Fath, CEO von RCT Solutions. »In der Türkei hat man jetzt gezeigt, dass es funktioniert. In der Fabrik in Ankara sind damit bereits 1400 neue Arbeitsplätze entstanden.«

»Das Sonnenkraftwerk bei Konya zeigt, wo die Reise hingeht«, ergänzt Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbands Robotik+Automation. »Es geht nun darum, die ambitionierten Klimaziele auch in der Realität zu erreichen. Dazu müssen wir erneuerbare Energien und Umwelttechnologien in bisher ungekannten Dimensionen skalieren. Robotik und Automation ermöglicht uns dies mit höchster Qualität und wettbewerbsfähigen Kosten.«

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1. Robotik und Automation zurück auf Wachstumskurs
2. Impulse für die Zukunft
3. Ausblick Automatica Sprint: 22.-24. Juni 2021

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