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Neue Zutaten für durchgängige Industrie-4.0-Systeme

12. Februar 2021, 14:36 Uhr   |  Andreas Knoll


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Anwender können eigene Edge Apps entwickeln

Mit dem „Industrial Edge Management System“ können IT-Administratoren und Fertigungsingenieure verteilte Edge-Geräte und deren Zustand zentral überwachen, diagnostizieren und verwalten. Neue Software-Applikationen lassen sich so unternehmensweit und sicher in alle verbundenen Industrial-Edge-Geräte übertragen. Durch die zentrale Software-Verwaltung verringert sich der Wartungs- und Update-Aufwand für verteilte Software-Instanzen stark. Bereits bestehende Applikationen sind auf Basis des IT-Standards „Docker“ mit Industrial Edge nutzbar. Zudem können Anwender jederzeit eigene, auf die betriebseigenen Anforderungen abgestimmte Edge Apps entwickeln. Darüber hinaus stellt Siemens über das „Industrial Edge Management System“ funktionale und sicherheitsrelevante Updates bereit, die wiederum planbar in angeschlossenen Edge-Geräten installiert werden können, um den sicherheitstechnischen Anforderungen an eine IIoT-Lösung gerecht zu werden.

IT-Administratoren können mit der Management-Plattform Edge-Applikationen mit hohem Automatisierungsgrad schnell und zuverlässig in der Fertigung implementieren und über den gesamten Lebenszyklus verwalten.

Außerdem soll die Rückwirkungsfreiheit zwischen Automatisierungs- und Edge-Systemen eine hohe Systemverfügbarkeit der Automatisierungs-Lösung ermöglichen. Das Management-System lässt sich als Version 1.0 innerhalb der Firmen-Infrastruktur etwa in der Fertigung betreiben. Auch in Cloud-Infrastrukturen soll sein Betrieb künftig möglich sein.

Mit „Industrial Edge V1.0“ will Siemens die Sammlung und Analyse von Maschinendaten vereinfachen und IT-Standards wie Container-basierte Applikationen (Docker), hochsprachenbasierte Datenanalysen und -verarbeitungen sowie zentrales Software- und Gerätemanagement direkt in die Fertigung bringen – integriert in Automatisierungssysteme.

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Die universelle Roboterbibliothek »Simatic Robot Library« für die App »Simatic Robot Integrator« ermöglicht eine einheitliche Roboteranbindung über das TIA Portal.

Industrieroboter einheitlich über das TIA Portal anbinden

Mit der universellen Roboterbibliothek „Simatic Robot Library“ für die App „Simatic Robot Integrator“ ermöglicht Siemens eine einheitliche Anbindung von Industrierobotern über das TIA Portal – unabhängig vom Hersteller. Die Neuheit löst die bisherigen herstellerbezogenen Bibliotheken ab.

Die Spezifikation für die neue Roboterbibliothek entstand in Zusammenarbeit mit den Roboterherstellern ABB Robotics, Comau, Epson, Fanuc, Kawasaki Robotics, Kuka, Panasonic Industry, Stäubli, Techman Robot, Yamaha und Yaskawa. Anwender können mithilfe der Simatic Robot Library künftig einen Großteil der am Markt befindlichen Roboter im TIA Portal programmieren sowie einheitliche Bedienkonzepte auf Basis von Simatic Robot Integrators und Simatic HMI nutzen. Dadurch werden erstellte Programmcodes und Programmpakete leichter wiederverwendbar, was unter anderem Zeit- und Kostenaufwand bei einem Wechsel des Roboterherstellers spart. Die Integration in das TIA Portal (Totally Integrated Automation) ermöglicht es zudem, weitere Techniken wie Simatic Technology, Cloud Services, Edge-Datenanalyse oder Automatisierung auf KI-Basis einfacher mit Robotern zu kombinieren.

Mit der einheitlichen Umgebung im TIA Portal sparen Anwender so laut Siemens bis zu 30 Prozent Zeit beim Engineering neuer Gesamtsysteme. Zudem erhöht das verbesserte Handling die Effizienz, und identische Faceplates für verschiedene Hersteller vereinfachen die Bedienung. Mit der Simatic Robot Library benötigen Anwender keine spezifischen Programmierkenntnisse für einen Robotertyp. Es genügen Kenntnisse im Umgang mit dem TIA Portal.

Simatic Robot Integrator ist eine „Ready-to-use-Applikation“, direkt integriert in ein TIA-Portal-Maschinen-Projekt. Kombiniert mit der Simatic Robot Library können Anwender nach der Konfiguration des Roboters Programmbeispiele für den Betrieb herunterladen und damit Roboter sofort steuern. Mit dem Simatic HMI sind zudem – unabhängig vom Fabrikat des Roboters – die gängigen Funktionen der Online-Programmierung wie etwa Tippbetrieb, Punkte Einlernen oder das Erstellen von Pfaden möglich.

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