MMI – der Gestaltungs-Aspekt #####

Nutzergerechte und intuitive Bediensysteme sind in den Augen der Anwender das Kaufkriterium schlechthin. Wie tragen die Hersteller von Geräten und Maschinen diesem Umstand innerhalb ihrer eigenen Entwicklungsabteilungen Rechnung? Eine aktuelle Studie gibt Aufschluss.

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von Gerrit Meixner, Nancy Thiels

Nutzergerechte und intuitive Bediensysteme sind in den Augen der Anwender das Kaufkriterium schlechthin. Wie tragen die Hersteller von Geräten und Maschinen diesem Umstand innerhalb ihrer eigenen Entwicklungsabteilungen Rechnung? Eine aktuelle Studie gibt Aufschluss.

INHALT:
MMI-Entwicklung – die Techniken
Ingenieure „lernen“ Software-Entwicklung
Windows dominiert bei den Werkzeugen
Autoren

Bereits im November 2003 wollte das Zentrum für Mensch-Maschine-Interaktion (ZMMI) am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) im Rahmen einer Studie wissen, wie es um die MMI-Entwicklung und -Umsetzung im industriellen Umfeld bestimmt ist. Jetzt hat eine Neuauflage der Marktbefragung stattgefunden. Zielgruppe waren Unternehmen aus den Bereichen IT (40 %), Maschinen- und Anlagenbau (40 %) sowie Consulting (20 %), deren Mitarbeiteranzahl insgesamt zwischen 21 und 500 (33 %), 501 und 5000 (47 %) sowie mehr als 5000 (20 %) variierte. Insbesondere der Vergleich der Erkenntnisse aus 2003 mit den Ergebnissen der Umfrage vom Mai dieses Jahres hat interessante Erkenntnisse gebracht.

Bei 75 % der befragten Unternehmen sind maximal zehn Personen am Entwicklungsprozess der Gestaltung von Mensch- Maschine-Systemen beteiligt. In Relation zur Gesamtmitarbeiterzahl wird deutlich, dass hier noch Optimierungsbedarf herrscht, da im Durchschnitt lediglich 0,03 % der Beschäftigten in diesem Bereich arbeiten. Entgegen der Erwartung von vor vier Jahren sind heute fast drei Viertel aller befragten Entwickler von Bediensystemen Ingenieure, was einer weiteren Steigerung um knapp 13 % entspricht. Lediglich ein geringer Teil der Entwickler sind Informatiker. Interessant ist die Tatsache, dass gegenüber 2003 der prozentuale Anteil der Entwickler, die eine Ausbildung im Bereich der Psychologie haben, auf mehr als das Sechsfache angestiegen ist. Der Anteil an direkt in den Unternehmen beschäftigten Designern, deren Hauptaufgabe es ist, das Bediensystem am Ende der Entwicklung grafisch auszugestalten, ist im selben Zeitraum von 9 auf 0 % gefallen. Letzteres mag daran liegen, dass Designer mittlerweile häufig nur noch als externe Dienstleister zu Rate gezogen werden, oder aber auch daran, dass in vielen Fällen deren Aufgaben die Ingenieure und Psychologen innerhalb der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbauer mit übernehmen.