Kompatibilität – ein Muss

„Weiche“ Formulierungen in der COM-Express-Spezifikation erschweren den Hersteller-Wechsel beim CPU-Modulstandard unnötig. Die Mitglieder der Plug-and-Play-Initiative für COM-Express wollen dieses Manko eliminieren.

„Weiche“ Formulierungen in der COM-Express-Spezifikation erschweren den Hersteller-Wechsel beim CPU-Modulstandard unnötig. Die Mitglieder der Plug-and-Play-Initiative für COM-Express wollen dieses Manko eliminieren.

INHALT:
Die Kompatibilitäts-Killer
Lücken bei COM-Express schließen
Die Software-Kompatibilität
Die Initiative
Dem Standard verpflichtet
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Anders als bisherige Embedded-CPUModul-Standards wie DIMM-PC, ETX und XTX wurde COM-Express von der PICMG, einem unabhängigen Konsortium von über 450 Unternehmen, definiert. Leider ist das keine Garantie für die Austauschbarkeit der CPU-Module über Herstellergrenzen hinweg. Das belegen zahlreiche Tests, bei denen ein CPU-Modul des einen Herstellers nicht auf den Evaluierungsplattformen anderer Hersteller läuft – obwohl sich alle als COM-Express- kompatibel darstellen. Neben diesen Inkompatibilitäten – oft booted nicht einmal das Betriebssystem –, gibt es bei der COM-Technologie eine Reihe an Zusatzfunktionen, die von den Modul-Herstellern entweder gar nicht oder unterschiedlich implementiert werden.

Aufgrund der Vielzahl empfohlener und erlaubter Funktionen fordert die PICMG in Kapitel 1.8 „Statement of Compliance“ der COM-Express-Spezifikation ihre Mitglieder dazu auf, eine vollständige Beschreibung hinsichtlich der Board- Kompatibilität zu erstellen. Genau das realisiert die COM Express PnP-Initiative (PnP: Plug and Play). Ziel ist, die Inkompatibilitäten zu minimieren und somit weitgehend kompatible Produkte für die „Second-Source-Strategien“ der Anwender zu ermöglichen. Die Tatsache, dass viele Funktionen und Schnittstellen nur als empfohlen (should) beziehungsweise erlaubt (may) spezifiziert sind, missfällt vielen Embedded- Anwendern. Etliche Boards erfüllen noch nicht einmal das von der Spezifikation vorgeschriebene (shall) Pinout und den Funktionsumfang, werden aber als COM-Express-Module angeboten. Bei Applikationen/Baseboards, die genau diese Pins und Funktionen benötigen, scheiden daher bereits zahlreiche dieser COM-Express-Module als Second-Source von vornherein aus. Solche COM-Express-Boards sind eher als proprietäre Lösungen anzusehen. Zugeschnitten auf dedizierte Anwendungsgebiete oder Kunden haben sie durchaus ihre Daseinsberechtigung, sind aber für eine Second-Source-Strategie unbrauchbar.