Interview: Cortex-A8-Rechenleistung für die Industrie

Zwei neue Mikroprozessoren mit ARM-Architektur speziell für industrielle Anwendungen bringt Texas Instruments heraus. Auf der Basis des Cortex A8 bieten die industriegerecht ausgeführte »Sitara«-Produktlinie hohe Rechenleistung bei weniger als 1 W Leistungsaufnahme.

Mit der hohen Rechenleistung und der Grafikfähigkeit liegt der Cortex A8 mit an der Spitze bei den RISC-Prozessoren. Elektronik-Redakteur Dr. Jens Würtenberg sprach im Vorfeld der SPS/IPC/Drives mit Elizabete de Freitas, Managerin »EMEA Catalog Business Development« bei TI, über das Anwendungsspektrum der neuen Bausteine und die Strategie des Unternehmens im Sektor »elektrische Automatisierungstechnik«.

Frau de Freitas, Texas Instruments geht mit dem Cortex-A8-Prozessoren in das Marktsegment »Industrial«. Was bietet der Chip außer der ARM-Architektur und einem erweiterten Temperatur-Bereich für diese Anwendung?

de Freitas: Die Sitara-Produktlinie und der Cortex-A8-Prozessor bieten mehrere Eigenschaften, die sie für industrielle Anwendungen ideal erscheinen lassen. Neben dem erweiterten Temperaturbereich integriert die Linie nahezu alle Schnittstellen und Kommunikations-Module, die im »Industrial«-Segment nachgefragt werden, u.a. CAN und Ethernet MAC. Texas bietet die Chips darüber hinaus neben dem 0,65-mm-BGA- auch die im industriellen Bereich eher nachgefragten 1,0-mm-BGA-Gehäuse, wenn der Platzbedarf auf der Leiterplatte nicht entscheidend ist. Was die Software betrifft möchte ich darauf hinweisen, dass wir neben »Linux« und »Windows CE« auch das »Qt Framework« unterstützen, das im industriellen Bereich häufig für die Entwicklung grafischer Benutzeroberflächen (GUI) verwendet wird. Kürzlich ist TI auch der Vereinigung OSADL (Open Source Automation Development Lab) beigetreten, damit soll die Präsenz in diesem Marktsegment zu stärken.

Ein ganz wichtiger Aspekt für uns ist die Verfügbarkeit der Komponenten über die Lebensdauer der Kundenanwendung. TI nimmt diese Angelegenheit sehr ernst und hat diesbezüglich klare Richtlinien, um diese Verfügbarkeit sicherzustellen. Das ist jetzt natürlich nur einige Gründe, weswegen die sich Sitara-Familie besonders für die Automatisierungstechnik eignet; natürlich gibt es noch weitere Eigenschaften, die den Baustein für diese Anwendung interessant machen.

Niedrige Stromaufnahme verbunden mit hoher »Grafikleistung«, dabei denkt man sofort an »IP67-HMIs«. Sind noch weitere Anwendungen im Bereich »Industrial« im Fokus von TI?

Zusätzlich zu den »Human Machine Interfaces«, die natürlich auch von dem integrierten Grafikbeschleuniger profitieren, zielen wird noch auf folgende Anwendungen: »Industrie-Automatisierung«, »Single Board Computer«, »Messen und Testen«, »Klimaanlagen in Gebäuden« sowie »Steuerungen«. Darüber hinaus gibt es unzählige Anwendungen, in denen die hohe Rechenleistung des ARM-Cortex-A8-Prozessors mitsamt einem Grafik-Beschleuniger und einem großen Angebot von Peripherie-Schnittstellen benötigt wird. Die Fließkomma-Verarbeitung im Cortex A8 bietet etwa für eine SPS mit Motion Control zusätzliche Rechenleistung. Oder es kann die integrierte Ethernet-Schnittstelle in einer SPS-Anwendung als »Master Port« fungieren.