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Für IoT und Industrie 4.0

Infineon startet IoSense-Pilotprojekt

20. Mai 2016, 15:39 Uhr   |  Heinz Arnold


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

»Das Geld ist nicht für Sie!«

Während der Auftaktveranstaltung in Dresden überreichte Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas symbolisch die 5,2 Mio. Euro an Dr. Reinhard Ploss mit den Worten: »Das ist nicht für Sie sondern für Europa.« Womit er ausdrückte, dass es dieses Projekt ohne Europa nicht gäbe und dass die EU, das BMBF und das Land Sachsen den Unternehmen das Geld zur Verfügung stellt, damit Europa im globalen Wettbewerb bestehen kann und Arbeitsplätze in Deutschland und Europa gesichert werden: »Ohne die EU wären wir nicht hier. Aber auch nicht ohne die Konzepte von Infineon und seinen Partnern. Deshalb gehen wir gerne einen Schritt voran.«

Dabei kommt es auf die Geschwindigkeit an, denn »alles geht im IoT- und Industrie-4.0-Umfeld sehr schnell«, wie Bert De Colvenaer, Executive Director von ECSEL, erklärt. Das Ziel von ECSEL und damit auch IoSense, bestehe darin, die Ressourcen zu bündeln, nichts doppelt zu entwickeln und private  sowie öffentliche Akteure zusammen zu bringen. Nur so gelinge die Aufgabe, Hardware und Software, Sensoren und Sensorsysteme zu smarten Systemen zusammen zu führen, wie sie für Industrie 4.0 oder autonomes Fahren aber auch in vielen Consumer-Geräten und in der Medizintechnik erforderlich sind. »Das Projekt zeigt damit auch wie gut Europa mit seinen Institutionen funktioniert«, resümiert Ploss. »Wir haben die Vision und mit den Institutionen auf EU- und nationaler Ebne ist es möglich, Weg zur Realisierung von Visionen zu finden.«


IoSense auf einen Blick

Infineon leitet das Projekt IoSense (kurz für »Internet of Sensors«), an dem 33 europäische Unternehmen aus sechs Ländern mitarbeiten, Europas Position in der Fertigung flexibler, anwendungsorientierte und kostengünstiger Sensoren sowie Sensorsysteme zu stärken. Die EU fördert das Projekt im Rahmen von ECSEL mit 14,7 Mio. Euro, das Land Sachsen und das BMBF beteiligen sich mit 5,2 Mio. Euro daran. Zudem fließen weitere 9 Mio. Euro nationaler Förderung ein, so dass die Fördersumme insgesamt auf 28,9 Mio. kommt. Im Mittelpunkt stehen der Aufbau von Pilotlinien für die Entwicklung neuer Sensortechnologien und neuer effektiver Fertigungsmethoden.  Konsortialführer des Projekts ist Infineon Technologies Dresden: Dort entsteht die einzige Pilotlinie mit deutscher Konsortialführerschaft, eine Frontend/Backend-Sensor-Pilotlinie für das »Internet of Everything«, die im Jahr 2016 startet. Sie wird auch eng mit der Fertigung von Infineon am Standort Regensburg zusammen arbeiten. Dort laufen laut Dr. Oliver Pyper, Senior Manager R&D von Infineon und IoSense Projektkoordinator, spezielle Prozess, beispielsweise zur Fertigung von Hall-Sensoren und Radar-Sensoren. Im Rahmen der Zusammenarbeit könne Wafer aus Regensburg zur Weiterverarbeitung nach Dresden geschickt werden oder umgekehrt.  Im Rahmen von IoSense wird eine Frontend/Backend-Sensor-Pilotlinie für das »Internet of Everything« aufgebaut. Sensoren in hohen Stückzahlen und hoher Typenvielfalt und zu attraktiven Preisen fertigen zu können, ist die Voraussetzung, um IoT in Europa weiteren Schub zu verleihen und die reale mit der digitalen Welt zu verbinden«, sagt Dr. Reinhard Ploss, CEO von Infineon. »Die EU hat mit Unterstützung der föderalen und nationalen Regierungen die Grundlage geschaffen, um der Halbleiterindustrie zu ermöglichen, Antworten auf die Herausforderungen der modernen Gesellschaft zu geben, von der ressourcenschonenden Fertigung bis zu alternden Gesellschaften, Klimawechsel und neuen Wegen der Energieerzeugung und -verteilung.«

IoSense ist Teil von ECSEL (Electronic Components and Systems for European Leadership) , dem europäischen Förderprogramm für Mikroelektronik. Das Joint Undertaking ist eine Public private Partnership (PPP) zwischen EU (vertreten durch die europäische Kommission) einer großen Zahl von Mitgliedsstaaten und den drei europäischen Industrieverbänden AENEAS, ARTEMIS-IA und EPoSS.

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