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Bitkom-Umfrage

Deutsche bewerten ihre digitale Kompetenz schlecht

08. Juni 2017, 10:28 Uhr   |  Karin Zühlke


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Ab 65 ist die Digitalkompetenz "mangelhaft"

Allerdings gibt es nicht nur in der älteren Generation Nachholbedarf. So geben sich die Bundesbürger im Durchschnitt nur die Schulnote „ausreichend“ mit Blick auf ihre eigene Digitalkompetenz. Die Älteren ab 65 benoten sich sogar „mangelhaft“, aber selbst die Jungen von 14- bis 29-Jahre, die digitale Technologien besonders stark nutzen, schätzen ihr eigenes Können lediglich „befriedigend“ ein. „Angesichts der Offenheit für die Digitalisierung und der großen Bedeutung, die digitale Technologien in breiten Teilen der Bevölkerung für das eigene Leben spielen, muss dieses Ergebnis ein echtes Alarmsignal sein“, sagte Dirks. „Das Thema Bildung rund um digitale Technologien muss eine viel höhere Priorität als bisher bekommen, und zwar angefangen in der Schule bis hin zum dauerhaften Lernen im Unternehmen.“

Bitkom fordert vor diesem Hintergrund eine Fortschreibung der Digitalen Agenda in der kommenden Legislaturperiode, um die digitale Transformation zu beschleunigen und die digitale Teilhabe der Gesellschaft zu verbessern. Für die 2014 erstmals beschlossene Digitale Agenda der Bundesregierung zieht der Digitalverband dabei eine positive Bilanz. Von den ursprünglich 121 angekündigten Einzelmaßnahmen sind zwei Drittel (81) umgesetzt, ein weiteres Viertel (34) befindet sich in Umsetzung und gerade einmal bei 6 Einzelmaßnahmen ist nichts passiert. „Die Digitale Agenda hat in den vergangenen drei Jahren beachtliche Erfolge gezeigt – das geht vom IT-Sicherheitsgesetz über die Frequenzvergabe für die 5G-Netze und das hohe Tempo beim autonomen Fahren bis hin zur gerade beschlossenen Stärkung der elektronischen-Funktionen des Personalausweises“, sagt Dirk. „Wir haben in Phase 1 der Digitalisierung vor allem in der Wirtschaft viel erreicht, in der jetzt beginnenden Phase 2 müssen wir uns noch stärker als zuvor auf die Gesellschaft konzentrieren.“

Mit Blick auf die Bundestagswahl im Herbst fordert Bitkom mutige digitale Weichenstellungen und ambitionierte Ziele. Dirks: „Wir brauchen vier Dinge: 1. eine grundsätzliche Neuausrichtung unseres Bildungswesens, 2. eine konsistente Datenpolitik, 3. Ökosysteme der digitalen Transformation und 4. die leistungsfähigsten digitalen Infrastrukturen.“ So schlägt Bitkom einen digitalen Bildungspakt für Deutschland vor. „Alle Bildungseinrichtungen – von der Schule über die Hochschulen bis zu Aus- und Weiterbildungseinrichtungen – müssen ihre Lehrtätigkeit auf digitale Bildung ausrichten“, sagte Dirks. „Deutschland muss Vorreiter der digitalen Bildung werden.“ Im Mittelpunkt der Digitalpolitik sollte zugleich stehen, Wirtschaft und Verbraucher besser vor Hackern, Cyberkriminellen und anderen digitalen Angreifern zu schützen. Im Datenschutz müsse eine neue Balance gefunden werden, um einerseits die Privatsphäre der Bürger zu garantieren und gleichzeitig die gesellschaftlich notwendige Nutzung von Daten zu ermöglichen. „Eine moderne Datenpolitik muss das Recht des Einzelnen auf Datenschutz wirksam wahren und gleichzeitig nützliche und innovative Angebote ermöglichen“, so Dirks. Schließlich müsse es gelingen, das Projekt der digitalen Hubs in Deutschland erfolgreich in die Praxis umzusetzen. „Anders als im Silicon Valley wollen wir nicht alleine eine Stärkung der Digitalbranche, sondern vielmehr eine Digitalisierung der deutschen Leitindustrien“, so Dirks. Dabei sollen die zwölf digitalen Hubs helfen, die das Bundeswirtschaftsministerium im Vorfeld des diesjährigen Digitalgipfels vorgestellt hat. Zudem müsse es gelingen, eine in weltweitem Maßstab herausragend gute digitale Basisinfrastruktur zu schaffen. „Diese digitale Infrastruktur muss von Gigabitnetzen bis zu digitalen Infrastrukturen für Energie, Verkehr, Gesundheit und Verwaltung reichen“, so Dirks. Sie sei die Grundlage für die digitale Energiewende ebenso wie für E-Health oder autonomes Fahren. Dirks: „Wir sind der Digitalisierung nicht ausgeliefert, es liegt an uns, wie wir sie gestalten. Jetzt müssen wir die Möglichkeiten nutzen, die sich uns bieten.“

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research durchgeführt hat. Dabei wurden 1.010 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt.

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