Schwerpunkte

HMI-Technik auf dem Weg zu Industrie 4.0

Bedienen und Beobachten mittels Web-HMIs und Mobile Devices

12. August 2016, 12:35 Uhr   |  Andreas Knoll


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Mit dem Browser die HMIs auch programmieren

Peter Brügger, Ininet
© Ininet

Peter Brügger, Ininet Solutions: »Auch das Programmieren von HMIs geht jetzt direkt über den Browser.«

Visualisierungen auf Basis von Web-HMIs laufen auf Standard-Webbrowsern. Dank dem »WebEditor« für die HTML5-HMI-Software »SpiderControl« von Ininet Solutions lassen sich HMIs jetzt auch per Browser programmieren. »Bisher haben Anwender die Web-Seiten mit einem PC-Tool entworfen und dann auf einen Embedded-Webserver kopiert, von wo aus sie betrieben wurden«, sagt Peter Brügger, Geschäftsleiter von Ininet Solutions. »Jetzt geht auch das Programmieren der HMIs direkt über den Browser. Das bedeutet, dass keine PC-Software für die Entwicklung nötig ist, weil die gesamte Software für das Design der Bedieneroberflächen auf dem Embedded-Webserver vorgehalten wird.«

Anwendern bringe dies viele Vorteile: »Die Programmierung ist jetzt auch mit Tablets und Smartphones möglich«, führt Brügger aus. »Es spielt generell keine Rolle mehr, mit welchem Betriebssystem der Anwender arbeitet, weil der dazu benutzte HTML5-Code auch unter Linux, MacOS oder anderen Systemen funktioniert. Weil man keine Software in seinem PC installieren muss, kann es auch nicht mehr vorkommen, dass man die falsche Version mit dabei hat. Alles, was man braucht, ist schon in dem Gerät vor Ort gespeichert - oder auch in einem Portal.«

Auch Beckhoff Automation setzt für seine HMI-Software »TwinCAT HMI« auf IT-Standards wie Microsoft Visual Studio fürs Engineering, HTML5 fürs Design sowie Websockets und HTTPS für die sichere Kommunikation. Zudem hat das Unternehmen mit »TwinCAT HMI« das HMI direkt in die Engineering-Umgebung von Visual Studio integriert. Die Bedienoberfläche ist auf jedem HTML5-fähigen Browser ausführbar, unabhängig vom Betriebssystem sowie vom Anzeigegerät und dessen Display. Die Programmierung entfällt; die Konfiguration erfolgt über den grafischen Editor. Auch das Handling ist flexibel: Unabhängig von Betriebssystem, Browser und Device agiert die webbasierte Lösung »responsive« – auf Basis von HTML5 und JavaScript.

Die Basisarchitektur ermöglicht zahlreiche Anwendungsszenarien: von der lokalen Panel-Lösung bis zu Multi-Client-, Multi-Server- und Multi-Runtime-Konzepten. Individuelle Erweiterungen sind über definierte Schnittstellen schnell realisierbar; der Mix aus Standardgrafik-Controls und eigenen Design-Elementen erleichtert die Individualisierung. Die Logik des HMI lässt sich, je nach Erfahrung und Anwendung, entweder Client-seitig in JavaScript oder als sogenannte Server-Extension implementieren. Die Server-Extension eröffnet die Chance, Erweiterungen in C++ oder .NET zu schreiben, was Beckhoff zufolge einen hohen Know-how-Schutz ermöglicht.

»‚TwinCAT HMI‘ hat eine offene und erweiterbare Architektur und ist leicht zu projektieren«, erklärt der zuständige Produktmanager Josef Papenfort. »Hierzu ist das Engineering komplett in Visual Studio, der Entwicklungsumgebung für die gesamte Automatisierungs-Suite ‚TwinCAT 3‘, integriert. Aus einer Reihe von vorhandenen Controls lassen sich die Elemente grafisch per Drag&Drop auf eine WYSIWYG-Oberfläche ziehen. Angezeigt werden kann das HMI dann auf vielen verschiedenen Geräten wie Panels oder Panel-PCs von Beckhoff, aber auch auf Mobile Devices wie Smartphones oder Tablet-PCs verschiedener Hersteller.«

Der HMI/SCADA-Software-Hersteller Webfactory legt ebenfalls Wert auf einfaches Enginering: Sein »WEBfactory i4SCADA SmartEditor für HTML5« ermöglicht die Erstellung komplexer Visualisierungen von Anlagen, Gebäuden und Infrastrukturen mittels Drag&Drop ohne Programmierkenntnisse. Auch situativ bedingte Anpassungen sind damit leicht zu realisieren. Ob PC, Tablet oder Smartphone: Die mit dem »WEBfactory i4SCADA SmartEditor für HTML5« erstellten Applikationen sind auf allen Plattformen lauffähig.

Kai Bergemann, Rockwell
© Rockwell

Kai Bergemann, Rockwell Automation: »Unsere mobile App-Plattform wird mobile Geräte als Client und Server nutzen.«

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