Fernwirken – reibungslos!

Prozessautomation und Fernwirken miteinander verknüpfen:Was ist zu berücksichtigen, um dies möglichst effizient und anforderungsgerecht in punkto Störungen zu gestalten?

Prozessautomation und Fernwirken miteinander verknüpfen:Was ist zu berücksichtigen, um dies möglichst effizient und anforderungsgerecht in punkto Störungen zu gestalten?

INHALT:

Das Fernwirk-Netzwerk
Die Standleitung
Die Siemens-Lösung - Ein gemeinsamer Grundstock
Alternative 1: Öffentliche Netze
Alternative 2: Funknetze
Der Security-Aspekt
Autor

Prozessleitsysteme sind in aller Regel dafür ausgelegt, über lokale, breitbandige Bussysteme – etwa Ethernet oder Profibus – mit den zu automatisierenden Anlagenteilen zu kommunizieren. Problematisch wird dies allerdings dann, wenn es gilt, Anlagenteile über größere Entfernungen an das zentrale Leitsystem anzubinden. Ein typisches Beispiel für einen solchen Fall sind Kläranlagen, wo zum Klärwerk selbst auch abgesetzte Anlagenteile wie Regenüberlaufbecken, Hebeund Pumpwerke sowie weitläufig verteilte Messstellen gehören. In vielen Fällen führen zu diesen ausgelagerten Stellen keine Datenleitungen und wenn doch, sind diese meist sehr schmalbandig gehalten und können daher nicht wie ein breitbandiger lokaler Bus genutzt werden.

Bei solchen Applikationen ist die Ergänzung des Leitsystems durch ein Fernwirksystem gefragt, das in erster Linie folgende Aufgaben erfüllt:

  • Es wickelt die Datenübertragung mit den entfernten Anlagenteilen so ab, wie es für das jeweils genutzte Übertragungsmedium erforderlich ist.
  • Bei kostenpflichtigen Verbindungen sorgt es für eine Datenübertragung mit möglichst geringen Kosten.
  • Außerdem sollte das System Daten vor Ort zwischenspeichern, wenn Verbindungen vorübergehend gestört sind oder aus Kostengründen nicht ständig aktiv sind – zum Beispiel beim Anschluss über ein Wählnetz (Telefon oder Mobilfunk).
  • Idealerweise stellt das Fernwirksystem dem Prozessleitsystem zudem eine Schnittstelle bereit, die die Fernwirk-Kommunikation verdeckt und genauso reagiert wie eine Kommunikation im lokalen Bereich.
  • Außerdem sorgt das Fernwirksystem dafür, dass die von den Stationen gespeicherten Daten, die mehr oder weniger verspätet an das Leitsystem übertragen werden, korrekt gemäß Zeitstempel in die Archive eingetragen werden. Vor allem soll dabei sichergestellt werden, dass notwendige Archiv-Verdichtungen oder Mittelwert-Bildungen erst dann erfolgen, wenn tatsächlich alle Werte des betreffenden Verdichtungs- oder Mittelwert-Zeitraumes empfangen wurden.