Open Industry 4.0 Alliance Erste Ergebnisse

Nils Herzberg (rechts) und Hans-Jürgen Hilscher sind vom Konzept des Interoperability Frameworks überzeugt: „Wir haben jetzt mit ersten Lösungs-Architekturen den Beweis angetreten!“

Zur Hannover Messe 2019 ging die Open Industry 4.0 Alliance an den Start. Auf der SPS 2019 stellen ihre Mitglieder jetzt Lösungen im Rahmen ihres Interoperability Frameworks vor.

Nach ihrer Formierung im Frühjahr 2019 auf der Hannover Messe ist die Open Industry 4.0 Alliance nun auf der SPS erstmals mit einem eigenen Gemeinschaftsstand vertreten. „Am Anfang stand das Konzept, jetzt haben wir mit ersten Architekturen den Beweis angetreten“, sagt Nils Herzberg (SAP), Sprecher des Vorstands der Open Industry 4.0 Alliance. Hans-Jürgen Hilscher, CEO und Vorstand Technik der Open Industry 4.0 Alliance sowie Geschäftsführer der Firma Hilscher führt aus: „Wir zeigen an einer Multivendor-Wand, wie wir das typische Problem einer heterogenen Industrieanlage lösen. Geräte von elf Anbietern mit unterschiedlichen Kommunikationsstandards und unterschiedlicher Datensemantik werden auf eine gemeinsame Plattform gehoben.“ In der beispielhaften Installation kommen die Sensoren und Aktuatoren – etwa zur Durchfluss-, Vibrations- und Positionsmessung und ein Motion Controller – von neun verschiedenen Mitgliedern zum Einsatz. Diese senden ihre Daten an eine Edge-Computing-Plattform und die darauf laufenden Apps. Mit Hilfe der zugehörigen Gerätebeschreibungsdateien generieren diese Telemetrie- und Metadaten im standardisierten OPC-UA-Format und publizieren sie auf einem gemeinsamen MQTT-Messagebus. Darüber versorgt sich zum Beispiel die App ‚Streamsheet‘ mit Informationen und wertet diese zur Laufzeit aus. Parallel dazu werden die Daten weitergeleitet; auf einem gemeinsamen Dashboard in der Operator Cloud hat der Anwender nun den vollen Überblick. Die Master-Asset-Daten aller Geräte werden in die Cloud Central an die Applikation ‚Asset Intelligence Network‘ von SAP zur Orchestrierung aller Daten gemeldet.

Die digitale Transformation erfordert eine Sprache für alle, ist die Überzeugung der Alliance-Mitglieder. Die Vereinigung strebt deshalb an, dass bis zu 80 % der Maschinen in einer Smart Factory miteinander kommunizieren können. Technologische Grundlage ist eine offene, auf RAMI 4.0 basierte Architektur, die auf den vier Bausteinen Device Connectivity, Edge, Operator Cloud und Cloud Central sowie einem entsprechend zugehörigen Dienstleistungsangebot beruht. Eine der wichtigsten Eigenschaften der Lösung ist das Asset Automatic Onboarding durch alle vier Architekturschichten unter Verwendung offener Standardschnittstellen auf Basis der Industrie-4.0-Verwaltungsschale.

Die Alliance hat zum maßgeblichen Ziel, dem Betreiber beziehungsweise Endkunden eine skalierbare Gesamtlösung bereitzustellen. Diese basiert auf dem Interoperability Framework der Open Industry 4.0 Alliance. Die Organisation weist bereits über 125 Produkte und Dienstleistungen nach, die von den Mitgliedern gemäß den Alliance-Richtlinien transformiert werden. Die Alliance wurde im April 2019 von neun Firmen ins Leben gerufen. Im Oktober erfolgte die Gründung des Vereins hinter der Alliance, der inzwischen 43 Unternehmen angehören.