Fälschungsschutz als Teil der Entwicklung Echt oder gefälscht?

Wegen der steigenden Bedrohung durch Fälschungen benötigen Hersteller Lösungen, damit Mitarbeiter und Partner der Logistikkette die Echtheit der Ware schnell und zuverlässig feststellen können. Deshalb ist es notwendig, bereits während der Entwicklung mit Sicherheitsexperten zusammenzuarbeiten.

Um ein Produkt zuverlässig als Original zu kennzeichnen, stehen unterschiedliche Sicherheitstechnologien zur Verfügung. Durch die geschickte Kombination der Sicherheitsmerkmale lassen sich die Bedürfnisse aller Beteiligten in einem funktionierenden Fälschungsschutzkonzept vereinen. Damit das investierte Geld am Ende die gewünschte Wirkung zeigt, lohnt es sich, mit Experten das individuelle Bedrohungsszenario zu analysieren und daraus die richtige Strategie für die Auswahl der Fälschungsschutzmerkmale zu treffen. Je früher die Fälschungsschutzspezialisten in den Entwicklungsprozess eingebunden sind, umso gezielter kann auf spezielle Anforderungen des Produkts eingegangen werden. Deshalb ist es sinnvoll, bereits in der Konzeptphase über Kennzeichnungslösungen für den Echtheitsnachweis nachzudenken.

Bei der Auswahl der richtigen Schutzmerkmale stellt sich zunächst immer die Frage, wer in der Lage sein soll, die Merkmale zu verifizieren. Des Weiteren ist es sehr wichtig, welches Bedrohungsszenario für ein Produkt besteht. Oft müssen in einem Unternehmen für unterschiedliche Sparten verschiedene Technologien verwendet und miteinander verknüpft werden. Gerade deshalb ist es von Vorteil, sich nicht nur auf eine Schutztechnologie zu beschränken. Außerdem führt gerade die Kombination unterschiedlicher Sicherheitsmerkmale zu einem wirkungsvollen Schutz vor Fälschungen, wie es etwa für den Sicherheitsdruck von Banknoten praktiziert wird.

Offene, verborgene und digitale Merkmale

Zum Nachweis von Fälschungen eignen sich offene, verborgene und digitale Sicherheitsmerkmale. Grundlegendes Kriterium für die Wahl der Sicherheitstechnologie ist, wer in der Praxis an der Umsetzung des Sicherheitskonzepts beteiligt werden soll. Werden Endkunden in das Konzept integriert, muss sichergestellt sein, dass sie erfahren, wie das Sicherheitsmerkmal zu identifizieren ist. Mittels offener Merkmale wie zum Beispiel Hologrammen oder Sicherheitsfarben lässt sich ein Produkt ohne zusätzliche Hilfsmittel unkompliziert identifizieren.

Aufgrund des Imitationsrisikos durch professionelle Fälscher empfiehlt sich oft die Kombination mit weiteren verborgenen und digitalen Technologien. Für verborgene Merkmale kommen heute vermehrt Technologien aus dem Hochsicherheitsdruck wie geruchs- und farblose Spezialpigmente zum Einsatz, die nur mithilfe entsprechender Lesegeräte nachweisbar sind. Die verborgenen Merkmale belegen auch bei der Prüfung von Reklamationen die Echtheit eines Produktes zuverlässig und lassen sich auch vor Gericht verwerten.

Digitale Sicherheitsmerkmale hingegen nutzen computergenerierte, hoch verschlüsselte Codierungen als Klarschriftnummer, zweidimensionalen Datamatrix-Code oder spezielle Rauschmuster. Somit ist eine Echtheitsprüfung schnell und unkompliziert über das Internet oder mobile Endgeräte möglich. Durch die professionelle Auswertung mithilfe herkömmlicher Mobiltelefone, auf die eine Software (App) aufgespielt wurde, lassen sich diese Technologien somit auch einfach in der Lieferkette (Supply Chain) einsetzen, da keine speziellen Lesegeräte vonnöten sind.