Schwerpunkte

Die Namur-Sensoren #####

20. Dezember 2007, 07:22 Uhr   |  Stefan Kuppinger


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Die Namur-Sensoren

Insgesamt wurden 31 Gerätekombinationen (Host und Feldgeräte) getestet, von denen Peter Eigenraam von Shell die Ergebnisse eines Test-Szenarios exemplarisch vorstellt: „Auf Basis der Device Description zeigten sich große Unterschiede in der Darstellung der Geräte-Parameter zwischen den einzelnen Leitsystemen.“ Ein ähnliches Bild skizzierte Eigenraam bei der Integration über EDDL.

Ganz anders die Visualisierung der Bedienoberflächen bei FDT/DTM. „Die Darstellung und Bedienung des Stellungsreglers war in allen Leitsystemen und Rahmen-Applikationen identisch“, so Eigenraam. Weitere Punkte sammelt FDT/DTM hinsichtlich des grafischen Aufbaus der Online-Funktionstests. Im Vergleich zu EDDL gehen keine Test-Daten verloren, wenn ein DTM aufgerufen wird.

Trotz dieser Ergebnisse sind die Schlussfolgerungen Eigenraams bezogen auf den Foundation Fieldbus und die drei getesteten Leitsysteme salomonisch:

  • Beide Technologien sind, wie sie derzeit für den Foundation Fieldbus zur Verfügung stehen, noch nicht ausgereift.
  • EDDL stellt die für eine Inbetriebnahme von intelligenten Feldgeräten notwendigen Datenzugang und Funktionen bereit.
  • FDT/DTM stellt den notwendigen Datenzugang und erweiterte Funktionen für die Inbetriebnahme und Wartung der Feldgeräte sehr effektiv bereit.

Leitsysteme sollten beide Technologien unterstützen. Ebenso mahnt Eigenraam mehr EDDLs und DTMs für FFGeräte an sowie eine Zertifizierung der FDT-Rahmenapplikationen, wie es sie bereits für DTMs gibt.

Interessant wäre ein Integrationstest mit dem von Endress+Hauser in Lahnstein vorgestellten Interpreter-DTM (iDTM) gewesen. Darüber lassen sich DDs, wie sie zum Beispiel in der Bibliothek der HART-Foundation hinterlegt sind, in Rahmenapplikation einbinden. Zunächst für HART-Feldgeräte verfügbar, sollen iDTMs für Profibus und Foundation Fieldbus folgen. „Es wird für alle einfacher werden, Geräte ohne eigenen DTM in eine FDT-Umgebung einzubinden“, so Schaudel, CTO bei Endress+Hauser. Damit könnten die Leitsystemhersteller zumindest der Empfehlung nachkommen, beide Systeme zu unterstützen. Dazu stellt Endress+Hauser die Technologie der iDTMs über ihre Tochterfirma Code-Wrights jedem Anbieter zur Verfügung.

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Bild 3: Dieter Schaudel von Endress+Hauser: „Über unser Tochterunternehmen Code-Wrights kann jeder Gerätehersteller den Interpreter-DTM nutzen.“

Hinsichtlich der Einbau-Situation sind Nennweiten von DN 15 bis DN 80, die Druckstufe PN 40 und eine Auslegungstemperatur bis 150 °C notwendig.

Bei den Füllstandsmessgeräten gibt es ähnliche Anforderungen. Allerdings wird hier zwischen Prozess- und Lagerbehälter differenziert, da die Unterschiede hinsichtlich Prozessdruck, Auslegungstemperatur und Messspanne groß sind. Die Quintessenz für Sensor-Hersteller: Sie brauchen zwei getrennte Baureihen für Prozess- und Lagerbehälter.

Künftige Geräte-Generationen, die diesen Spezifikationen entsprechen, dürfen von den Herstellern als Namur-Sensoren gekennzeichnet werden. Laut der Umfrage würden 86,8% der Befragten ein Coriolismessgerät mit dieser Konfiguration kaufen beziehungsweise 82,7% ein entsprechendes Füllstandsmessgerät.

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Bild 1: Norbert Kuschnerus, Vorstandsvorsitzender der Namur: „Die ersten Namur Sensoren würde ich sehr gerne schon auf der Interkama 2009 sehen.“

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3. Leidensdruck bei der Geräteparametrierung

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