Den Prozess unter Kontrolle

In Gießereien geht es in der Regel rau zu – hochsensibel dagegen sind die dort ablaufenden Prozesse. Damit das Produkt später wirklich „aus einem Guss“ ist, setzt die Gießerei Döring in puncto Prozesskontrolle auf eine unterstützende Teleservice-Lösung.

In Gießereien geht es in der Regel rau zu – hochsensibel dagegen sind die dort ablaufenden Prozesse. Damit das Produkt später wirklich „aus einem Guss“ ist, setzt die Gießerei Döring in puncto Prozesskontrolle auf eine unterstützende Teleservice-Lösung.

Das Unternehmen Doering im hessischen Sinn hat sich auf das Gießen von Presswerkzeugen für Blechteile spezialisiert, aus denen beispielsweise Karosserieteile für die Automobil-Industrie entstehen. Dem eigentlichen Guss geht die exakte Form voraus. Dazu wird das gewünschte Werkzeug zunächst als Schaumstoffmodell hergestellt, mit einer besonderen Schlichte als Trennmittel überzogen und anschließend rundum in Sand gepackt. Beim Gießvorgang schmilzt das Modell, und das flüssige Eisen nimmt sei nen Platz ein. Fest eingebettet in der Sandform, kühlt das Gussstück über mehrere Tage ab.

Der gesamte Vorgang – vom Aufbereiten des Sandes, dem Formvorgang, dem Schmelzen des Eisens über das Befüllen der Behälter bis hin zum Guss – ist ein hochkomplexer, verketteter Prozess mit großer Trägheit. Abweichungen, zum Beispiel bei der Temperatur, fallen erst relativ spät auf und behindern oder verzögern damit den gesamten Ablauf.

Bis vor kurzem ließen sich die über die SPS ermittelten Messwerte nur am Gerät selbst in der Produktionshalle ablesen. Nicht selten fielen Abweichungen daher erst auf, wenn der Prozess schon weit fortgeschritten war und Änderungen nicht mehr vorgenommen werden konnten.

Um dem entgegenzuwirken, hat Doering vor kurzem eine integrierte Fernwirklösung installiert, um alle Parameter jederzeit und überall – also auch auf dem PC im Büro des Betriebsleiters – im Blick zu haben. Diese nimmt Messwerte aus der SPS auf und übergibt sie an das Ethernet-Netzwerk, das bei Doering auf dem gesamten Firmengelände und in allen Gebäudeteilen verfügbar ist.

Bisher waren für eine solche Lösung mehrere Geräte nötig, die die Daten aus der SPS aufnehmen, wandeln und über das Web zur Verfügung stellen konnten. Anders bei dem bei Doering jetzt umgesetzten Konzept, welches auf der Teleservice-Plattform eWON von Wachendorff Prozesstechnik basiert: Es vereint die Funktionen von I/O-Modul, Router und Modem in einem Gerät. Im Gegensatz zu anderen Fernwartungstools fällt hier keine zusätzliche Lizenzgebühr an. Der integrierte Web-Server hat den Vorteil, dass man keine weitere Software erwerben muss und trotzdem direkt auf dem eWON-Gerät Web-Seiten hinterlegbar sind, welche dann mit Daten aus der SPS gefüllt werden.

Wer zur grafischen Aufbereitung der Parameter keine HTML-Seiten erstellen möchte, kann die integrierte Tabellenfunktion des Teleservice-Gerätes nutzen. Die Firma Doering hatte so schon direkt nach der Installation die Möglichkeit, mit mehreren Abteilungen – etwa dem Einkauf, der Werksplanung oder der Instandhaltung – die einzelnen Prozesse im gesamten zu Werk überwachen, ohne direkt an der Maschine vor Ort sein zu müssen. Sollte ein Fehler auftreten, wird zusätzlich eine E-Mail abgesetzt.