Das Messtechnik-Retrofit

Flexibilität ist Pflicht

Neben Thermoelementen kommen in der Prozessautomation zunehmend Pt100-Temperatur-Messfühler zum Einsatz. Der Grund: Die Pt100-Widerstands-Thermometer arbeiten im Temperaturbereich zwischen –200 und +500 °C genauer als Thermoelemente. Der Vorteil von Thermoelementen liegt wiederum in ihrem größeren Messbereich. Beide Messverfahren kommen daher in unterschiedlichen Stückzahlen und Kombinationen in denAnlagen vor und müssen vom Messumformer beherrscht werden. Als Universal-Messumformer verarbeitet der IM34 Eingangssignale von Ni100/Pt100-Widerständen wie auch von Thermoelementen bis hin zu Signalen im Millivolt-Bereich. Diese Flexibilität vereint das Gerät optional sogar mit der Funktionalität eines frei parametrierbaren Datenloggers für bis zu 8000 Messpunkte.

Die Programmierung der Eingänge sowie die Konfiguration und Auswertung des Datenloggers erfolgen über eine PC-Schnittstelle mittels FDT/DTM-Technologie. Über den DTM (Device Type Manager) und eine beliebige FDT-Rahmenapplikation können Anwender beispielsweise die Messrate des Datenloggers oder die Trigger-Bedingungen definieren. So lässt sich die Übertragungsstrecke zwischen Feldgerät und Leitsystem überwachen. Das Interface-Modul IM34 beschreibt dazu kontinuierlich den integrierten Datenspeicher. Der aufgezeichnete Signalverlauf kann zu einem beliebigen Zeitpunkt ausgelesen werden.

Als Programmier-Frame nutzen die MSR-Techniker die kostenlose FDT-Rahmenapplikation PACTware (Process Automation Configuration Tool). Eine Konfiguration über DIP- oder Drehcodierschalter kam für Nitschke nicht in Frage: „Bei einem Temperaturmessumformer wie dem IM34 gibt es eine ganze Reihe von Parametern, die mit DIP-Schaltern nicht mehr beherrschbar wären.“ Die kompakten Geräte haben dafür sowieso keinen Platz. Generell sind bei vielen Geräten die DIP-Schalter seitlich angeordnet und damit falsch positioniert. Für eine Änderung der Umkonfiguration vor Ort müssen solche Geräte immer aus der Hutschiene gezogen werden.

Gerätetechnik und Preis sind für Nitschke nicht die einzigen Argumente, die Turck-Geräte weiterhin einzusetzen: „Als wir die ersten Geräte vor rund drei Jahren installiert hatten, gab es plötzlich Probleme mit der Firmware.“ In solchen Fällen zeigt sich, wie gut die Zusammenarbeit zwischen Kunde und Lieferant klappt. „Turck hat hier 100-%ig funktioniert und in kurzer Zeit alle installierten Geräte mit einer neuen Firmware versehen“, lobt Nitschke den Service. Seitdem laufen alle Messumformer – mehrere hundert Stück – völlig störungsfrei. Nitschkes Resümee: „Das ist für mich die beste Referenz.“

Stefan Kuppiner, Computer&AUTOMATION