Bildverarbeitungs-Branche trotzt der Krise

Obwohl der Umsatz der deutschen Bildverarbeitungs-Branche im kommenden Jahr laut VDMA nur um 0,0 Prozent steigen soll, gaben sich die Aussteller der Bildverarbeitungs-Messe »Vision 2008« betont zuversichtlich - nicht von ungefähr, denn die Anwendungsmöglichkeiten der Bildverarbeitungstechnik sind praktisch grenzenlos.

Trotz der globalen Finanzkrise wird die deutsche Bildverarbeitungs-Industrie laut Dr. Horst G. Heinol-Heikkinen, Vorstandsmitglied des VDMA-Fachverbands Industrielle Bildverarbeitung, das von seinem Verband für 2008 prognostizierte Umsatzwachstum von 6 Prozent voraussichtlich erreichen. Dies entspräche einem Umsatzvolumen von 1,217 Millionen Euro.


Für 2009 erwartet Heinol-Heikkinen aber ein Nullwachstum parallel zur Tendenz in den wichtigsten Abnehmerbranchen: »Mehr als 40 Prozent des Umsatzes mit Bildverarbeitungstechnik werden in Deutschland mit OEM-Kunden erzielt, bei denen es sich überwiegend um Maschinen- und Anlagenbauer handelt«, erläuterte der VDMA-Mann. »Ihre Entwicklung in diesem und im kommenden Jahr beeinflusst daher auch die Entwicklung der industriellen Bildverarbeitung stark.«


Konkret: Seit Mai 2008 hätten die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer nachlassende Auftragseingänge zu verzeichnen. Weil ihre Auftragsbücher noch gut gefüllt seien, werde ihre Produktion zwar im laufenden Jahr gegenüber 2007 um fünf Prozent zunehmen. Für 2009 aber erwarte die Branche insgesamt ein stagnierendes Produktionsvolumen, was auf die Bildverarbeitungs-Industrie entsprechend zurückwirke.


Beim Maschinen- und Anlagenbau handelt es sich quasi um eine »Querschnittsbranche«, weil Maschinen und Anlagen in der Automotive-Industrie ebenso zu finden sind wie in der Elektro-/Elektronikfertigung und in der Glasindustrie. Eben diese drei Sparten sind die wichtigsten Abnehmer der Bildverarbeitungs-Branche. »In Deutschland entfielen im vergangenen Jahr 29 Prozent deren Umsatzvolumens auf die Automobilindustrie einschließlich Zulieferern«, verdeutlichte Heinol-Heikkinen. »An zweiter Stelle steht die Elektro-/Elektronikfertigung mit 13 Prozent, gefolgt von der Glasindustrie mit knapp 10 Prozent.«


In allen drei Sektoren sei jedoch für 2009 laut der aktuellen Prognose des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung mit Produktionsrückgängen zu rechnen: Automobilindustrie minus 1,5 Prozent, Elektronik und Kommunikationstechnik minus 3 Prozent auf hohem Niveau und Glasindustrie einschließlich Keramik-Steine-Erden ebenfalls minus 3 Prozent. »Für das kommende Jahr ist also durchaus ein Gegenwind zu spüren«, kommentierte Heinol-Heikkinen.


Mehr zum Thema lesen sie in Ausgabe 46/2008 der Markt&Technik.