Schwerpunkte

10 Gigabit Ethernet mit GigE Vision

»Eine neue Ära für die Bildverarbeitung«

18. November 2019, 11:01 Uhr   |  Andreas Knoll


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Vorreiter beim Einsatz von 10 GigE

In welchen Anwendungsbereichen sehen Sie 10 Gigabit Ethernet hauptsächlich?

Die Haupteinsatzgebiete finden sich meiner Meinung nach vor allem auf dem Factory-Floor, also der Domäne des Maschinen- und Anlagenbaus in vielen Branchen wie etwa Automotive oder Lebensmittelproduktion, und überall dort, wo hohe Übertragungsgeschwindigkeiten und/oder weite Kabelstrecken erforderlich sind. Direkte Folgen einer schnelleren Bilddatenübertragung bestehen ja darin, dass mehr Zeit für die Auswertung der Bilddaten zur Verfügung steht und somit genauere Aussagen über die Qualität des Prüflings möglich werden oder einfach der Durchsatz pro Prüfeinheit erhöht werden kann.

Müssen Anwender ihre bestehenden Anlagen schon bald von 1 auf 10 GigE aufrüsten?

Das hängt im Wesentlichen von der Aufgabenstellung ab: Bei lange laufenden Systemen ohne Bedarf an mehr Leistung oder zusätzlichen Bildauswertungen wird ein Austausch der Schnittstelle keinen wirtschaftlichen Vorteil bringen. Wenn bestehende Anlagen durch einen Wechsel auf 10 GigE hingegen einen schnelleren Bildeinzug oder eine verbesserte Bildauswertung erlauben, dann profitieren die Anwender von einer höheren Inspektionsqualität oder einer Steigerung des Produktionsflusses, und ein System-Upgrade durch einen Austausch des PCs und der Aufnahmeeinheit hat möglicherweise Sinn. 10 GigE ist ein äußerst ökonomisches Hochgeschwindigkeits-Interface.

Wie hat sich SVS-Vistek für die neue Schnittstelle gerüstet?

Während der Vision 2018 haben wir eine 10-GigE-Vision-Variante unserer HR-Kameraserie mit 25 Megapixel Auflösung und einer Datenübertragungsrate von maximal 42 Bildern/s vorgestellt. Unsere populären HR-Kameras sind in der neuesten Entwicklungsstufe die erste Plattform für hohe Auflösungen bei schneller Bildfrequenz. Neue CMOS-Sensoren mit 31 oder 17 Megapixeln ermöglichen dank 10 GigE nun 35,4 bzw. 61,3 Bilder/s. Zum Vergleich: Kameras auf 1-GigE-Basis mit 29 Megapixel Auflösung lieferten vorher gerade einmal 6 Bilder/s. Der Serienstart der HR-Serie ist gerade erfolgt, und es liegt auf der Hand, dass wir anschließend auch unsere EXO-Serie mit 10 GigE neu befeuern und somit auf Höhe der Zeit bleiben werden.

Warum betrachtet sich SVS-Vistek als Vorreiter beim Einsatz von 10 GigE?

Schon seit 20 Jahren sind wir darauf spezialisiert, Kamerasensoren an den technischen Grenzen zu betreiben. Das bedeutet, wir wollen das mit dem jeweiligen Sensor erzielbare bestmögliche Bild anbieten und dabei die Geschwindigkeit des Sensors optimal ausnutzen. Wir hatten 1999 beschlossen, zu 100 Prozent digitale Kameras zu bauen, haben uns deshalb seit 2003 auch mit Ethernet beschäftigt und in diesem Bereich im Jahr 2005 echte Pionierarbeit bei Technik und Marktbearbeitung geleistet. Es liegt für uns auf der Hand, heute bei 10 GigE wieder mit zeitgemäßer Hardware und Software die Vorteile des Verfahrens zu nutzen und mit den besonderen Eigenschaften der Produkte von SVS-Vistek wie leistungsfähigem I/O-Konzept und optischer Präzision zu kombinieren. Natürlich werden wir auch weiterhin Kameras mit USB3 und CoaXPress entwickeln und anbieten, aber 10 GigE hat aus unserer Sicht die größten ökonomischen und strategischen Vorteile. Die Zeit ist reif, die Technik auch in der Bildverarbeitung zu nutzen.

SVS-VISTEK auf der sps 2019: Halle 4A, Stand 353

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1. »Eine neue Ära für die Bildverarbeitung«
2. Maximal mögliche Kabellänge
3. Vorreiter beim Einsatz von 10 GigE

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