Schwerpunkte

Industrielle Bildverarbeitung

Die Augen der Industrie 4.0

21. November 2016, 23:00 Uhr   |  Andreas Knoll


Fortsetzung des Artikels von Teil 4 .

Schon jetzt für Industrie 4.0 geeignet

Peter Stiefenhöfer, Stemmer Imaging: »Industrie 4.0 ist ohne Bildverarbeitung nur begrenzt möglich.«
© Stemmer Imaging

Peter Stiefenhöfer, Stemmer Imaging: »Industrie 4.0 ist ohne Bildverarbeitung nur begrenzt möglich.«

Bildverarbeitungssysteme für Industrie-4.0-Anwendungen werden sich kaum von heutigen Systemen unterscheiden, meint Peter Stiefenhöfer, Leiter Marketing & Öffentlichkeitsarbeit bei Stemmer Imaging – und erläutert, warum.

Markt&Technik: Welche Rolle wird die Bildverarbeitung in der Industrie 4.0 spielen?
Peter Stiefenhöfer: Bildverarbeitung ist schon heute eine wichtige Voraussetzung für die flexible Fertigung im Sinne von Industrie 4.0. Durch die hohen Anforderungen an sensorische Systeme ist die digitale Fabrik eine große Chance für die Bildverarbeitung, sich in der Produktion als Schlüsseltechnologie weiter zu etablieren. Mittlerweile gibt es kaum noch eine produzierende Branche, die ohne Bildverarbeitung auskommt, wenn sie wirtschaftlich sein will. Die Technologie wird jedoch auch in nicht-industriellen Anwendungen immer häufiger eingesetzt, unter anderem in der Medizin, im Sport oder in der Verkehrstechnik.

Welche Aufgaben wird sie dort erfüllen?
Prinzipiell haben Bildverarbeitungssysteme in der Produktion natürlich die Aufgabe, fehlerhafte Teile zu erkennen und durch die Kommunikation mit der Anlagensteuerung dafür zu sorgen, dass diese Fehlteile entweder gar nicht verwendet oder nach Möglichkeit nachbearbeitet werden. Zunehmend sorgt Bildverarbeitung jedoch dafür, dass Teile nicht mehr erst ganz am Ende einer Fertigungslinie geprüft werden, ob sie den Anforderungen entsprechen: Werden Fehler bereits in einem früheren Prozessstatus erkannt, so lassen sich die betroffenen Teile ausschleusen, bevor sie weiterverarbeitet oder veredelt werden. Dies spart Energie und eventuell Rohstoffe und erhöht somit die Wirtschaftlichkeit in der Fertigung. Bildverarbeitung sorgt dafür, dass Fehler erkannt und klassifiziert werden und eine Anlage korrekt auf die erkannten Fehler reagiert. In diesem Sinne ist Industrie 4.0 ohne Bildverarbeitung nur begrenzt möglich.

Wie werden sich Bildverarbeitungssysteme in der Industrie 4.0 von heutigen unterscheiden?
Im Wesentlichen werden sich Bildverarbeitungssysteme in der Industrie 4.0 kaum von Systemen unterscheiden, die vor der Zeitrechnung von Industrie 4.0 verwendet wurden: Sie erkennen und klassifizieren Fehler und geben diese an die übergeordnete Anlagensteuerung weiter. Was sich ändern könnte, ist die Form der Kommunikation: Es gibt noch keine Standardisierung der Schnittstellen zwischen Bildverarbeitung und Steuerung, doch hier sind inzwischen bereits erste Aktivitäten im Gange, die vom VDMA unterstützt werden.

Fördert die Entwicklung hin zu Industrie 4.0 Vision-Sensoren und Smart Cameras gegenüber Bildverarbeitungssystemen auf PC-Basis?
Ob ein Bildverarbeitungssystem PC-basiert oder als Vision-Sensor bzw. intelligente Kamera ausgeführt ist, macht in Bezug auf Industrie 4.0 keinen großen Unterschied. Die Form des Bildverarbeitungssystems wird weiterhin durch die Anforderungen an die Bildverarbeitung bestimmt. Wichtig ist nur, dass die Anbindung an die Anlage eine flexible Reaktion auf die Ergebnisse der Bildauswertung erlaubt.

SPS IPC Drives: Halle 7A, Stand 141

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1. Die Augen der Industrie 4.0
2. Ein Sehorgan für drei Aufgaben
3. Daten für die Prozessoptimierung
4. Bildverarbeitung per App
5. Schon jetzt für Industrie 4.0 geeignet
6. Parametrieren per App

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