Schwerpunkte

Industrielle Bildverarbeitung

Die Augen der Industrie 4.0

22. November 2016, 00:00 Uhr   |  Andreas Knoll


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Ein Sehorgan für drei Aufgaben

Mike Gonschior, ifm electronic: »In der Industrie 4.0 müssen Bildverarbeitungssysteme wahre Kommunikationsgenies sein.«
© ifm electronic

Mike Gonschior, ifm electronic: »In der Industrie 4.0 müssen Bildverarbeitungssysteme wahre Kommunikationsgenies sein.«

In der Industrie 4.0 fungieren Bildverarbeitungssysteme als »Augen« und erfüllen dabei drei grundlegende Aufgaben. Aber welche? Mike Gonschior, Produktmanager Objekterkennung und Kamerasysteme bei ifm electronic, nimmt Stellung.

Markt&Technik: Bildverarbeitungssysteme werden mittlerweile oft als »Augen des Roboters« bezeichnet. Welche Aufgaben werden sie als Augen in der Industrie 4.0 erfüllen?
Mike Gonschior: In der vierten industriellen Revolution werden aus Daten Informationen und aus Information Wissen generiert, das wiederum zu autonomem Handeln führt. Sensoren – quasi die Sinnesorgane in diesem System – liefern die Daten. Die Bildverarbeitung übernimmt dabei die Rolle des Auges. Das Auge erfüllt dann drei grundlegende Aufgaben: Erstens die Identifikation, also das Lesen von Codes auf Werkstücken oder Werkzeugträgern sowie das Erkennen von Form, etwa der Werkzeuge selbst. Die zweite Aufgabe ist das visuelle Führen von Maschinen, Robotern oder Transportsystemen. Als drittes Feld haben wir die 3D-Messtechnik zur Qualitätskontrolle in der Fertigung und der Positionierung in der Logistik erkannt.

Wie kommunikativ werden Bildverarbeitungssysteme in der Industrie 4.0 sein?
Im Rahmen von Industrie 4.0 dreht sich alles um Kommunikation. Bildverarbeitungssysteme müssen also wahre Kommunikationsgenies sein - und zwar bidirektional, um sich an den Anwendungsfall anzupassen und um die Daten schnell und sicher an die Systeme zu liefern. Auch die Kommunikation mit dem Bediener selbst wird ausschlaggebend für den Erfolg der Produkte sein. Daher wird sich die Usability mit der von Consumer-Produkten messen lassen müssen.

Welche Bedeutung werden Vision-Sensoren und Smart Cameras in der Industrie 4.0 erlangen?
Smart Cameras spielen eine wichtige Rolle. Einfache, intelligente und auf die Anwendung zugeschnittene Sensoren werden die oben genannten Aufgaben erfüllen. Bedienerfreundlichkeit, Zuverlässigkeit und Robustheit sind hier ausschlaggebend.

Werden Mobile Devices und Apps auch in die industrielle Bildverarbeitung vordringen?
Mobile Devices und darauf laufende Apps werden mehr und mehr Einzug in die Fabrik halten und so zur Transparenz der Systeme beitragen. Mobile Devices werden das Sichtfenster zur Überwachung autonomer Prozesse sein und auch als Schnittstelle zur Prozessoptimierung dienen. Die intelligente Analyse und Interpretation der Daten, also die Aufbereitung zu Informationen für die Visualisierung und als Basis für autonome Entscheidungen, wird der Schlüssel zur Fabrik der Zukunft sein.

SPS IPC Drives: Halle 7A, Stand 302

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1. Die Augen der Industrie 4.0
2. Ein Sehorgan für drei Aufgaben
3. Daten für die Prozessoptimierung
4. Bildverarbeitung per App
5. Schon jetzt für Industrie 4.0 geeignet
6. Parametrieren per App

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