BDE-Kopplung standardisiert

Die Getränkeindustrie leidet unter der Ineffizienz ihrer Verpackungs- und Abfüllanlagen. Abhilfe soll eine standardisierte BDE-Kopplung schaffen. Die in der Verpackungsbranche als „Weihenstephaner Standards“ bekannte Schnittstelle eignet sich aber auch als Blaupause für andere Produktionszweige.

Die Getränkeindustrie leidet unter der Ineffizienz ihrer Verpackungs- und Abfüllanlagen. Abhilfe soll eine standardisierte BDE-Kopplung schaffen. Die in der Verpackungsbranche als „Weihenstephaner Standards“ bekannte Schnittstelle eignet sich aber auch als Blaupause für andere Produktionszweige.

INHALT:

Automatische Maschinenanbindung
Global akzeptierte Datenstruktur
Korrkete und sichere Informationen
Auswertung und Diagnose ausbauen
Global akzeptiertes BDE-Interface
Für viele Branchen geeignet
Autoren
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Die beiden größten Kostenblöcke in der industriellen Getränke-Herstellung sind die Arbeitsschritte Abfüllen und Verpacken. Ursache ist die Kapitalbindung bei Getränkeabfüll- und -verpackungslinien, ihr personalintensiver Betrieb und die laufende Instandhaltung. Die Komplexität der Anlagen führt in der Praxis zu einer hohen Störanfälligkeit. Die Konsequenz daraus ist ein geringer Ausnutzungsgrad: Die Betriebszeiten liegen lediglich zwischen 50 bis 75 %.

Neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten ist bei vielen Produkten aus technologischer Sicht ein kontinuierlicher Anlagenbetrieb anzustreben, beispielsweise um die Sauerstoffaufnahme beim Füllprozess gering zu halten oder um das Risiko einer Sekundärkontamination des Produkts zu minimieren.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum die Entscheidungsträger in der Getränke-abfüllenden Industrie kontinuierliche Informationen aus dem Prozess verlangen, die das Erkennen und Beseitigen der Stillstand-Ursachen bei den Abfüllund Verpackungsanlagen ermöglichen. Voraussetzung dafür ist eine kostengünstig realisierbare, automatische Erfassung aller relevanten Anlagendaten. Die notwendigen Grundlagen dafür sind in den Weihenstephaner Standards definiert (genauer: Weihenstephaner Standards für die Betriebsdatenerfassung (BDE) bei Getränke-Abfüllanlagen). Vom Lehrstuhl für Lebensmittelverpackungstechnik der Technischen Universität München in Weihenstephan zusammen mit Brauereien, Getränke-Abfüllbetrieben, Maschinenlieferanten sowie Systemhäusern entwickelt, beschreibt der Standard alle wesentlichen Details der Datenerfassung und -auswertung. Die Spezifikation gliedert sich in die vier Teile:

  • Physikalische Schnittstellenspezifikation
  • Inhaltliche Schnittstellenspezifikation
  • Datenauswertung und Berichtswesen
  • Überprüfung und sicherer Betrieb

Die Open Modular Architecture Controls Users Group (OMAC) ist eine der US-amerikanischen ISA (Instrumentation, Systems and Automation Society) angegliederte Organisation, die für verschiedene Industriezweige Richtlinien für offene Automatisierungskonzepte erarbeitet, unter anderem auch für die Verpackungstechnik. Eine Untergruppe aus dem Bereich der Verpackungstechnik (Packaging Workgroup) ist das PackML-Gremium, das sich mit der Definition einer einheitlichen Maschinensprache (ML: Machine Language) beschäftigt, unter anderem auch mit den in Verpackungsmaschinen zu verwendenden Datenworten.