Anwendung der Systemmethodik des AUTOSAR-Standards bei Siemens VDO Arbeitsteilung mit System

Mit der steigenden Komplexität der elektronischen Systeme im Automobil steigen auch Umfang und Bedeutung des Informationsaustausches zwischen Hersteller und Zulieferer. Der AUTOSAR-Standard definiert eine einheitliche Methodik für die Aufteiltung des Arbeitsablauf zwischen beiden Akteuren bei der Software-Entwicklung.

Anwendung der Systemmethodik des AUTOSAR-Standards bei Siemens VDO

Mit der steigenden Komplexität der elektronischen Systeme im Automobil steigen auch Umfang und Bedeutung des Informationsaustausches zwischen Hersteller und Zulieferer. Der AUTOSAR-Standard definiert eine einheitliche Methodik für die Aufteiltung des Arbeitsablauf zwischen beiden Akteuren bei der Software-Entwicklung.

AUTOSAR führt eine standardisierte Architektur und ein Metamodell ein, das Formate definiert, die festlegen, wie die architekturbezogenen Informationen ausgetauscht werden. Das AUTOSAR-Metamodell definiert, wie Design-Modelle beschrieben werden. Für die Anwendung im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft von Automobilhersteller und Zulieferer bedarf es auch der Informationen bezüglich des Zeitpunkts, zu dem diese Beschreibungen in spezifischen Arbeitsschritten verwendet werden. Dies ist durch die AUTOSAR-Systemmethodik (Bild 1) festgelegt, deren Schwerpunkt eher auf dem generellen Arbeitsablauf als auf der Spezifizierung eines ganzen Prozesses oder einer geschäftlichen Interaktion liegt.

Die Methodik konzentriert sich auf die Arbeitsschritte, die für den Austausch von Software-Entwicklungsmodellen zwischen Automobilhersteller und Zulieferer erforderlich sind. Diese teilen sich auf: Ein Teil beschreibt die Arbeit auf „Systemebene“, z.B. die gesamte Software, die in einem Fahrzeug zum Einsatz kommt; ein zweiter Teil beschreibt die Arbeit auf Steuergerät-Ebene, z.B. die gesamte Software, die in einem dedizierten Steuergerät (SG) eines Fahrzeugs zum Einsatz kommt.

Systemkonfiguration

Zuerst muss die Systemkonfigurations-Eingabeinformation definiert werden. Dazu müssen die AUTOSAR-Software-Komponenten (ASW) und Hardware ausgewählt und die gesamten Systembeschränkungen bestimmt werden. Dies erfordert technische Entscheidungen auf Systemebene. In der Praxis wiederum bedeutet dies, dass die von AUTOSAR gelieferten Vorlagen (Templates) ausgefüllt werden müssen. Im nächsten Schritt wird die Aktivität „System konfigurieren“ ausgeführt. Dabei werden die AUTOSAR-Software-Komponenten hinsichtlich der Vorgaben für Ressourcen-Verbrauch und Echtzeit-Bedingungen in den Steuergeräten abgebildet. Dieses ist eine der wichtigsten Entscheidungen bei der Aktion „System konfigurieren“. Die Vorgehensweise ist wie folgt:

  • Beschreibung der Systemkonfiguration einschließlich aller Systeminformationen (Mapping, Architektur...),
  • Zuordnung einer jeden Software-Komponente zu einem Steuergerät,
  • die Systemkommunikationsmatrix beschreibt präzise die Eigenschaften der verwendeten Netzwerke und Medien.

Diese verschiedenen Schritte sind natürlich iterativ, da das System weiter entwickelt und im Zuge des Projektverlaufs optimiert werden muss (neue Software- Komponenten, neues Netzwerk, neue Steuergeräte . . .).

Steuergeräte-Konfiguration

Die Funktion „Extrahiere steuergerätespezifische Informationen“ extrahiert einfach die für die Ausführung der Software-Teilmenge eines spezifischen Steuergerätes erforderlichen Informationen aus der Systemkonfigurationsbeschreibung.

Die nächste Funktion „Konfiguriere Steuergerät“ fügt alle für die Anwendung erforderlichen Informationen wie Tasks, Scheduling, Basissoftware-Modulliste (BSW) und die Konfiguration der Basissoftware-Module hinzu. Diese Aktion ist ein bedeutender Schritt bei der Entwicklung, da mit ihr alle Konfigurationsparameter festgelegt werden — basierend auf den Parametern, den Beschreibungen der Basissoftware-Module und allen zur Verfügung stehenden AUTOSAR-Software-Komponenten, die im Steuergerät zum Einsatz kommen.

Die Funktion „Bearbeiten des Steuergerätes“ ist ebenfalls iterativ und hängt von neuen AUTOSAR-Software-Komponenten ab, die im Steuergerät integriert werden, oder von neuen Netzwerkbeschränkungen. Es besteht eine enge Verbindung zwischen dem System und den Aktionen des Steuergerätes, wobei ein erheblicher Datenaustausch zwischen den verschiedenen Aktoren stattfindet.

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