Analog: Trotz Verkauf der Mobilfunk-Sparte an MediaTek bleibt alles beim Alten

Nach dem 350-Mio-Dollar-Deal mit MediaTek, bei dem Analog zwei seiner Mobilfunk-IC-Sparten an den taiwanesischen Mitbewerber verkaufte, sprach Markt&Technik mit Doug Grant, Director of Business Development, RF and Wireless Systems bei ADI.

Markt&Technik: Warum hat ADI die Basisband-Familie »SoftFone« und die HF-Familie »Othello« verkauft?
Doug Grant: Diese beiden Mobilfunk-IC-Sparten haben mit ihren Chipsets jährlich kaum mehr als 200 Mio. Dollar an Umsatz generiert. Um weiter in diesem Markt agieren zu können, braucht man aber einen größeren Anteil am Weltmarkt, aus dessen Umsätzen sich schließlich der außerordentlich hohe Entwicklungsaufwand für künftige Produkte finanzieren lassen muss.

Steigt ADI jetzt ganz aus dem Mobilfunkgeschäft aus?
Nein, auf keinen Fall! Wir verabschieden uns nur aus dem Markt für Basisband-ICs und HF-ICs. Unser Spezialgebiet, auf dem wir seit vielen Jahrzehnten zu Hause sind und uns sehr gut auskennen, bleibt die Analogtechnik. Es gibt auch nach wie vor viele Mobilfunkanwendungen, für die analoge Schaltkreise unentbehrlich sind und der Bedarf für bestimmte Funktionen steigt. Wir arbeiten mit Kunden daran, Batterielebensdauer, Bild- und Tonqualität und diverse andere Funktionen weiter zu verbessern. In diesem wichtigen Marktsegment sind wir sehr gut aufgestellt.

Um welche Mobilfunkanwendungen geht es dabei?
Analog-ICs benötigt man zum Beispiel für Touchscreens im Handy, für die Bewegungssensorik und den Autofokus (im Linsenantrieb), für die Blitzlichtsteuerung und das Energiemanagement, für Sprachverarbeitung und für Video.

Warum war Ihre jetzt verkaufte Sparte denn für MediaTek so interessant?
MediaTek hat schon jetzt einen großen Marktanteil, vor allem in China. Für diesen Markt benötigte MediaTek eine TD-SCDMA-Lösung, die das Unternehmen entweder selber hätte entwickeln, lizenzieren oder kaufen müssen. MediaTek wusste als Mitbewerber natürlich genau wo wir in puncto Marktanteil und Technologie stehen und war sowohl wegen unserer Technik als auch wegen unseres Marktzuganges in anderen Weltregionen an der Übernahme interessiert.

Was wird sich für die Einkäufer der europäischen OEMs ändern?
Wenn die Transaktion, wie geplant, Ende dieses Jahres abgeschlossen sein wird, ändert sich nur, dass die Angebote für die Zeit danach von MediaTek kommen und die Bestellungen an eine neue Adresse gehen werden. Die gelieferten Produkte und die beteiligten Personen bleiben dieselben.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Ausgabe 39 der Markt&Technik vom 28.09.07