Hausautomatisierung und Smart Meter ZVEI: »Zum intelligenten Haus gehört ein intelligenter Zähler«

Intelligente elektronische Zähler, so genannte Smart Meter, sollen die konventionellen Zähler für Strom und Gas möglichst schnell flächendeckend ablösen. Dies forderte der ZVEI anlässlich der Messe Light+Building in Frankfurt.

Smart Meter messen den Verbrauch und können dabei exakt die momentan entnommene Leistung anzeigen. Sie eröffnen Verbrauchern die Chance, Stromfresser zu erkennen, und ermöglichen somit einen neuen Ansatz zum Energie- und Kostensparen.

In Zukunft werden laut ZVEI last- und tageszeitabhängige Stromtarife neue Sparmöglichkeiten eröffnen. »Um drei bis sieben Prozent könnten deutsche Haushalte dadurch ihre Stromrechnung senken«, schätzt Herbert Brunner, Vorsitzender der ZVEI-Fachabteilung Zählung und Systemlösungen. Die ZVEI-Initiative »Pro Smart Metering« hat sich daher zur Aufgabe gemacht, Handwerk und Haushalte über die Vorteile der intelligenten Zähler zu informieren.

Wer die Sparpotenziale ausschöpfen will, sollte dem ZVEI zufolge Smart Meter mit intelligenter Haustechnik (Stichwort »Hausautomatisierung«) kombinieren: Der Smart Meter kann dann Daten über die Eigenerzeugung von Strom (etwa durch eine Photovoltaik-Anlage) sowie über Energiebezug, Tarifstruktur und anderes liefern. Im so ausgestatteten intelligenten Haus stellt er alle wichtigen Informationen bereit, um ein bedarfsgerechtes und kostenoptimiertes Hausgeräte-Management vorzunehmen. »Die nötigen Techniken sind entwickelt, so dass sie jetzt möglichst schnell und umfassend Einzug in die Häuser und Wohnungen halten sollten«, fordert Brunner. »Intelligente Steuerungs-, Kontroll- und Automatisierungsmodule könnten zum Beispiel die Spülmaschine laufen lassen, wenn Energie gerade günstig angeboten wird. Der Smart Meter eignet sich auch als Signalgeber für die Wärmepumpe: In Zeiten mit niedrigen Tarifen könnte er dafür sorgen, den Warmwasserspeicher aufzuladen.«

Noch stehen Smart Meter und Hausautomatisierung am Anfang. »Aber die Investition in diese Technik lohnt sich«, betont Brunner. Die Zähler bringen standardisierte Kommunikationsschnittstellen mit, die einen Datenaustausch über Haus-Bussysteme ermöglichen. Sie werden folglich auch einen kostenoptimierten und energieeffizienten Einsatz von Hausgeräten wie Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler, Gefrierschrank und Kühlschrank oder einer Wärmepumpe erlauben - vorausgesetzt, die Geräte vermögen ebenfalls mit dem Hausautomatisierungssystem zu kommunizieren. Darüber hinaus können Smart Meter als Bausteine eines künftigen intelligenten Stromnetzes (Smart Grid) dazu beitragen, Netzstrukturen zu entlasten, Energieproduktion und -verbrauch optimal aufeinander abzustimmen und erneuerbare Energie bestmöglich zu nutzen. Dies spart zusätzlich Energie und Kosten und vermeidet Kohlendioxid-Emissionen.