ZVEI: Bauelemente-Märkte wachsen wieder im Jahr 2007

Die Bauelemente-Distributoren sind in Feierlaune. Sie haben ihre Umsätze in Deutschland durchschnittlich deutlich über 20 Prozent gesteigert. Bei manchen Herstellern ist allerdings Ernüchterung eingekehrt, denn der einheimische Gesamtmarkt wird laut ZVEI in diesem Jahr nicht wachsen. Schuld daran ist die schwächelnde Datentechnik.

Der deutsche Markt für elektronische Bauelemente wird im laufenden Jahr kein Wachstum aufweisen, so die Einschätzung des ZVEI-Fachverbands Electronic Components and Systems. Das leichte Minus von einem Prozent auf 17,3 Mrd. Euro, ist auf den Umsatzrückgang in den Halbleitermärkten zurückzuführen, die mit einem Anteil von 65 Prozent den Gesamtmarkt für elektronische Bauelemente dominieren.

Zurückzuführen ist diese Delle auf die Segmente Datentechnik und Telekommunikation die starke Verluste von 18 Prozent bzw. zwölf Prozent hinnehmen müssen. Vor allem der massive Umsatzeinbruch bei Mikroprozessoren insbesondere im Inland schlägt dabei durch. Im Bereich Telekommunikation belastete die BenQ-Mobile-Pleite das Ergebnis. Dagegen legen die Bereiche Automobil- und Industrie-Elektronik zweistellig zu. Für das kommende Jahr erwartet der Fachverband eine Erholung der Märkte. „In 2007 rechnen wir mit einem Wachstum von knapp fünf Prozent auf Grund der guten Entwicklung bei Halbleitern mit plus sechs Prozent“, so Peter Bauer, Vorsitzender des Fachverbands.

Zu den weiteren Märkten:Der Markt der Passiven Bauelemente werde im Jahr 2006 um vier Prozent auf einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro wachsen, so der ZVEI. Durch die nach wie vor anhaltenden Produktionsverlagerungen und den erhöhten Preisdruck in der Branche könne sich der Markt – trotz der anziehenden Binnenkonjunktur – nur langsam erholen. Für 2007 gehen die Marktexperten von einem stabilen Markt aus. Das Wachstum werde mit zweieinhalb Prozent auf ein Umsatzvolumen von 1,4 Mrd. Euro moderat ausfallen.

Bei Elektromechanischen Bauelementen wie Schaltern, Steckverbindern und Geräteschutzsicherungen erwartet der ZVEI für 2006 ein Umsatzwachstum von gut drei Prozent auf 2,75 Mrd. Euro. Die umsatzstärksten Bereiche wie die Automobil-, die Industrie-Elektronik und die Telekommunikation weisen dabei unterschiedliche Wachstumsraten auf. So wird für 2006 damit gerechnet, dass die Industrie-Elektronik – getrieben durch die starke Nachfrage im Maschinenbau – um gut fünf Prozent und die Automobil-Elektronik um 3,3 Prozent wächst. Auch der Bereich der Telekommunikation kann im Gegensatz zum Vorjahr ein Umsatzplus von 1,3 Prozent verbuchen. Für das Jahr 2007 stellt sich die Branche – bedingt durch die weiterhin positive Konjunkturentwicklung – auf leichtes Wachstum von 1,5 Prozent auf einen Umsatz von 2,8 Mrd. Euro ein. Der Anteil der Automobilindustrie am Umsatz liegt seit Jahren stabil über 40 Prozent.

In der Automobilelektronik werden überwiegend integrierte Schichtschaltungen als Träger für elektronische Bauelemente eingesetzt. Der Anteil im Bereich Automobil beträgt laut ZVEI mittlerweile über 86 Prozent und steigt sogar noch an. Mit Umsatzsteigerungen von 2,7 Prozent auf 638 Mio. Euro im laufenden Jahr und drei Prozent im kommenden Jahr wird gerechnet.

Die Elektronischen Baugruppen, als nächsthöhere Wertschöpfungsstufe, konnten das vergangene Jahr mit einem Plus von 4,3 Prozent auf 21,6 Mrd. Euro Umsatz abschließen. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem Marktwachstum von gut drei Prozent auf einen Umsatz von 22,4 Mrd. Euro. Im Jahr 2007 werde sich das Wachstum mit knapp drei Prozent fortsetzen. Diese scheinbare Diskrepanz zum gesamten Bauelementemarkt sei im Wesentlichen auf den Abbau der Lager zurückzuführen. Während dieser Effekt bei Bauelementen umsatzhemmend wirke, führe er im Baugruppen- und Systemgeschäft zu Umsatzzuwächsen.

Die Änderungen des Wechselkurses des Euro gegenüber dem US-Dollar bedingen wie bereits in den vergangenen Jahren unterschiedliche Wachstumsraten. Daher falle das internationale Wachstum in Euro geringer aus.