Wie sich Print und digitale Medien befruchten

Seit über einem Jahrzehnt bemühen sich manche Medienpropheten, das Ende der Zeitungen und Zeitschriften herbeizureden. Doch der Siegeszug des Internets und die Dauerberieselung der Nutzer durch E-Mails schadet den Zeitungen und Zeitschriften hierzulande nicht generell. Im Gegenteil: Die digitale Konkurrenz zwingt die Zeitungs- und Zeitschriftenmacher, sich auf ihre Kernstärken zu fokussieren – Glaubwürdigkeit und redaktionelle Qualität.

Das bedeutet: Wertigkeit der Inhalte, Optik, Haptik und Zuverlässigkeit der Information sorgen dafür, dass Entscheider weiterhin Printmedien nutzen – trotz und gerade wegen der fortschreitenden Reizüberflutung.
Das Internet ist das schnellere und modernere Medium. Doch sind alle Informationen, beispielsweise zu neuen Produkten und Technologien wirklich so zeitkritisch, dass es auf die Minute ankommt? Lässt sich ein umfassender Fachartikel mit hohem technischen Tiefgang nicht besser in einer Zeitschrift lesen? Sind etliche Internetangebote nicht einfach austauschbar, weil sie dieselben Agenturmeldungen mit Copy-und-Paste übernehmen? Wird bei Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften in der Regel nicht gründlicher recherchiert und werden nicht mehrere Arbeits- und Kontrollschritte bis zur Veröffentlichung durchlaufen?
Print wird verlieren, wenn es das bessere Internet sein will. Doch Print wird weiterhin einen großen Stellenwert in der B-to-B-Kommunikation haben, weil es den Lesern echten Nutzwert bietet. Verlässliche Printmedien vermitteln Wissen und schärfen das Urteilsvermögen.