Vor allem eine Designfrage

Im Fahrzeuginnenraum ist die LED längst angekommen. Jetzt steht sie an der Schwelle zur Außenhaut.

Im Fahrzeuginnenraum ist die LED längst angekommen. Jetzt steht sie an der Schwelle zur Außenhaut.

»Eine LED ist klein und daher leicht integrierbar« bringt Dr. Volker Härle, Senior Director Marketing LED bei Osram Opto Semiconductor, einen wesentlichen Vorteil der Leuchtdiode auf den Punkt. »Technologisch bietet de LED vieleVorteile gegenüber klassischen Lichquellen; so lassen sich Designs realsieren, die bisher undenkbar waren.«

Ein bekanntes Beispiel illustriert diese Aussage: Die charakteristische gebogene, kaltweiß leuchtende Frontlinie am Audi A4 ist sicher schon vielen Verkehrteilnehmern aufgefallen. Sie nutzt die Vorteile der LED in eleganter Weise: In jeder Scheinwerferpartie stecken 14 Advanced-Power-TOPLED von Osram, die zusammen mit einer schwungvoll wirkenden Linienführung gewissermaßen das Hauptlicht nicht nur unterstreichen, sondern auch ergänzen: Das herannahende Auto ist auch am Tag hervorragend erkennbar, ohne dass (wie sonst ohne Tagfahrlicht) das Abblendlicht des Hauptscheinwerfers eingeschaltet sein muss.

Weder dieses Tagfahrlicht (TFL) noch der Einsatz der LED ist Spielerei: Es ist beschlossene Sache, dass die EU ab 2011 für neu zugelassene Fahrzeugmodelle (aber nicht für individuelle Neuzulassungen) das TFL zur Pflichtausstattung vorschreiben will. Zwar ist das TFL umstritten (Österreich schaffte die Pflicht, das Strom fressende Abblendlicht auch tagsüber einzuschalten, sogar Ende 2007 nach kaum mehr als zwei Jahren aus Umweltschutzgründen wieder ab), jedoch gibt es in Fachkreisen kaum Zweifel, dass das TFL langfristig kommen wird.

Die technische Norm Nr. 87 der UNO-Wirtschaftskommission für Europa (ECE) sieht für TFL eine Lichtstärke von mindestens 400 cd pro Leuchte vor. Damit wird das Fahrzeug sichtbar, die Straße kann und darf das TFL aber nicht ausleuchten. Weil der Öffnungswinkel in der Waagerechten insgesamt 40° und in der Senkrechten 20° beträgt, kann ein Dutzend handelsüblicher LEDs durchaus die für ein TFL notwendige Lichtstärke erreichen. Beliebige LEDs mit genügend Leistung kann man dennoch nicht ohne weiteres hernehmen. »Auch wenn gesetzliche Vorgaben zum Farbort des Tagfahrlichts innerhalb weiter Grenzen eigentlich unkritisch sind, müssen die in einem Fahrzeug verbauten Exemplare farblich genau zu einander passen« weiß Dr. Härle, »das menschliche Auge reagiert empfindlich auf Farbunterschiede. Diese Vorgabe führt zu einer meist sehr engen Zusammenarbeit von Automobilhersteller, Kfz-Zulieferer und LED-Hersteller bei der Auswahl des Weißtons.«