Von München nach Sacka

1990 kam die Firma Karl SUSS - heute SUSS MicroTec - in den 700-Einwohner-Ort Sacka bei Dresden. Heute stehen die Wafer-Tester aus Sacka in den Labors der großen Chiphersteller von AMD bis X-FAB.

Die erste Mikroelektronikfirma, die sich nach dem Ende der DDR neu im Raum Dresden ansiedelte, war Karl SUSS München. In einem ehemaligen Gebäude der landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) entstanden die ersten Räume der Karl SUSS Dresden GmbH.

2008: Aus Sacka kommen heute modernste Testsysteme für die Untersuchung von elektronischen Bauelementen. Hauptsächlich werden diese Tester, die sogenannten Waferprober, in der Entwicklung eingesetzt und stehen in den Labors vieler großer Halbleiterhersteller wie AMD, Intel, Qimonda oder Texas Instruments.

Aus der Karl SUSS Dresden GmbH ist inzwischen die SUSS MicroTec Test Systems GmbH  mit 125 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von knapp 28 Millionen Euro der zweitgrößte Geschäftsbereich der Muttergesellschaft, SUSS MicroTec AG, geworden. Aus dem alten LPG-Gebäude ist die Firma schon seit 11 Jahren in ein neues Domizil gezogen. Der ehemalige Chef der SUSS MicroTec Test Systems, Dr. Stefan Schneidewind, der an der TU Dresden promovierte, ist mittlerweile Vorstandsvorsitzender von der SUSS MicroTec AG in München geworden.



Die Frage, warum SUSS damals so schnell in »den Osten« ging, reicht noch in die Zeit vor der Wende zurück. Schon in den 80er Jahren arbeitete das Münchner Unternehmen mit dem VEB Elektromat aus der DDR zusammen. Das ging gut bis zum Jahr 1987, als die Stasi den Abbruch der Kontakte zwischen beiden Firmen anordnete. Den späteren Geschäftsführer, Dr. Reinhard Welsch, nahm die Stasi für zwei Tage gleich mit.

Nur zweieinhalb Jahr später waren die Stasi und die DDR Geschichte. Ein Team von Elektromat begab sich nach München, um den alten Kontakt wieder herzustellen. Offenbar liefen die Gespräche erfolgreich, denn schon im Jahr 1990 wurde die Karl SUSS Dresden GmbH gegründet.