Systemkompatibilität für den gesamten Lebenszyklus Von der Produktion bis zur letzten Fahrt

Sieht man ein altes Fahrzeug mit Oldtimer-Kennzeichen, so stellt sich die Frage, wie es in 30 Jahren mit den heutigen Fahrzeugen aussieht. Auch heute gebaute Fahrzeuge sollen dann als klassische Fahrzeuge das Straßenbild abwechslungsreicher erscheinen lassen. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit Maßnahmen, die BMW verfolgt, um solchen Erwartungen gerecht zu werden.

Systemkompatibilität für den gesamten Lebenszyklus

Sieht man ein altes Fahrzeug mit Oldtimer-Kennzeichen, so stellt sich die Frage, wie es in 30 Jahren mit den heutigen Fahrzeugen aussieht. Auch heute gebaute Fahrzeuge sollen dann als klassische Fahrzeuge das Straßenbild abwechslungsreicher erscheinen lassen. Der folgende Beitrag beschäftigt sich mit Maßnahmen, die BMW verfolgt, um solchen Erwartungen gerecht zu werden.

Bis der neue 7er seinen Produktionsstart erlebt, hat er über Jahre der Entwicklung alle Stufen der Elektronik-Absicherung durchlaufen, um allen Qualitätsansprüchen gerecht zu werden. Über die Jahre der Serienbetreuung und Weiterentwicklung wird dieses Modell in den nächsten Jahren weiterhin technische Änderungen und Erweiterungen erfahren. Die Integrationsstufen dienen in dieser Phase zur Erzielung eines Referenzstandes. Es ist jedoch von besonderer Bedeutung für langfristig zufriedene Kunden, dass ihre Fahrzeuge auch viele Jahre nach Produktionsende technisch einwandfrei funktionieren und E/E-Funktionen stabil verfügbar sind. Bild 1 verdeutlicht die Phasen, in denen sich 7er-Fahrzeuge derzeit befinden.

Verschiedene Rahmenbedingungen wie z.B. sich schnell entwickelnde Konsumelektronik-Geräte sorgen dafür, dass dieser Herausforderung mit einer ganzen Reihe von Prozess- und Technologie-Lösungen begegnet werden muss.

Divergenz der Erwartungen

Kundensicht

Als Besitzer eines Premium-Fahrzeugs erwartet ein BMW-Kunde uneingeschränkte Funktion seines Fahrzeugs über den kompletten Lebenszyklus und zu jeder Zeit effiziente Unterstützung durch das Händler-Netz. Zu den Schlüsselanforderungen gehören:

  • Das Fahrzeug arbeitet fehlerfrei als Summe korrekt arbeitender Elektronikkomponenten.
  • Eine gegebenenfalls notwendige Reparatur ausgefallener E/E-Komponenten erfordert nur sehr kurze Werkstattaufenthalte und ist finanziell akzeptabel.
  • Kundeneinstellungen wie Navigationsziele, Radiosender oder Sitzeinstellungsparameter bleiben nach einem Werkstattaufenthalt erhalten.
  • Mit dem Kauf einmal erworbene Funktionen sind dauerhaft verfügbar, wie z.B. Online-Dienste trotz möglichen Provider-Wechsels.
  • Konsumelektronik-Geräte wie Mobiltelefone oder USB-Player müssen über Standards wie Bluetooth oder USB mindestens bis zur Erfüllung wichtigster Anwendungs-Szenarien (Datennavigation) integrierbar sein.
  • Wenn finanziell vertretbar, kann ein Angebot für Funktions-Upgrades auf Basis einer Fahrzeugprogrammierung attraktiv und sinnvoll sein.

Anbietersicht

Als Hersteller und Anbieter von Premium-Fahrzeugen und –Dienstleistungen ist es das Bestreben von BMW, den kundenseitigen Erwartungen gerecht zu werden. Als Zielstellungen lassen sich in diesem Wirkfeld definieren:

  • Die Fahrzeugkomplexität muss auch lange nach Auslauf der Serienproduktion unabhängig von der dann aktuellen Hardware- und Software-Entwicklung beherrschbar sein.
  • Modellreihen-übergreifende Steuergeräte-Synergien bis hin zu Gleichteilkonzepten dürfen nicht zu hohen Kosten in Fahrzeugen nach Produktionsende führen, z.B. als Folge der Änderung eines Gleichteil-Seriensteuergerätes.
  • Auch nach Produktionsende müssen E/E-Komponenten-Reparaturen effizient und kostengünstig durchführbar sein.
  • Die Anzahl pro Reparaturfall zu programmierender Software-Einheiten muss so gering wie möglich gehalten werden, um Zeit und Kosten zu sparen.
  • Die Ersatzteil-Logistik muss weltweit den spezifischen Erfordernissen an Lieferzeiten und Lagerkosten gerecht werden.
  • Reparaturnotwendigkeiten und –Umfänge müssen jederzeit für den Kunden transparent und nachvollziehbar sein.

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