Von der Krise unberührt #####

Vor einem Jahr fiel der Startschuss für »Avnet Embedded«. Der Distributor hat sich laut Harald Kizler, Business Development Manager Boards & Systeme Avnet Embedded, in den ersten zwölf Monaten viel versprechend entwickelt. Eine deutliche Stärkung der Linecard und der europäischen Präsenz verspricht sich Avnet Embedded von der Übernahme der englischen Abacus.

Vor einem Jahr fiel der Startschuss für »Avnet Embedded«. Der Distributor hat sich laut Harald Kizler, Business Development Manager Boards & Systeme Avnet Embedded, in den ersten zwölf Monaten viel versprechend entwickelt. Eine deutliche Stärkung der Linecard und der europäischen Präsenz verspricht sich Avnet Embedded von der Übernahme der englischen Abacus.

Ist der Embedded-Bereich dabei, sich zu einem der wichtigen Abnehmersegmente für die Distribution zu entwickeln?

Harald Kizler: Das wird es sicherlich, aber es steht noch ziemlich am Anfang. Wie groß das Potenzial ist, lässt sich schwer sagen, denn das Problem am Embedded-Markt ist, dass er sich nur schwer eingrenzen lässt. Es gibt eine Vielzahl von Definitionen, was alles zu Embedded zählt. Für die Distribution besitzt der Telekom-Markt beispielsweise kaum Relevanz. Hier stehen vielmehr die Bereiche Automatisierung, Verkaufsautomaten oder Digital Signage im Vordergrund. Aber obwohl schwer einschätzbar, bin ich überzeugt, dass der Embedded-Bereich hervorragende Wachstumschancen bereithält.

Schlagen die Auswirkungen der Krise auch auf dieses Marktsegment durch?

Nein, im Moment gibt es noch keine Anzeichen dafür. Die Kundenbasis von Avnet Embedded ist sehr breit gestreut und hat kaum Berührungspunkte mit der Automobilindustrie. Das Gros unserer Kunden kommt aus der Industrieelektronik und der Automatisierung - bis dato ist von einem Einbruch nichts zu spüren. Das Gegenteil ist der Fall: Wir sehen uns mit einer Vielzahl neuer Anfragen von Kundenseite konfrontiert, insbesondere aus den Bereichen Verkaufsautomaten und Digital Signage.

Gibt es keine Anzeichen dafür dass Firmen ihre Projektentwicklungen zurückgefahren?

Im Gegenteil, ich habe den Eindruck, dass sich unsere Kunden momentan stark darauf konzentrieren, neue Produkte zu entwickeln und weiterhin neue Projekte starten.

Wie hat sich Avnet Embedded seit seiner Gründung vor einem Jahr entwickelt?

Aus unserer Sicht sehr erfolgreich. Avnet Embedded konnte in den letzten zwölf Monaten ein erhebliches Wachstum verzeichnen. Mittlerweile beschäftigen wir ein Team aus 16 Mitarbeitern, haben unsere Linecard erweitert und ausgebaut, und haben uns in den verschiedenen Märkten etabliert, in denen wir tätig sind.

Wie hat sich Ihr Portfolio in dieser Zeit entwickelt? Welche neuen Lieferanten sind hinzugekommen?

Ganz neu hinzugekommen ist zum Beispiel mit GarrettCom ein Lieferant industrieller Netzwerkprodukte. Darüber hinaus konnten wir die Verträge mit unseren Herstellern, die anfangs nur in einzelnen europäischen Ländern gültig waren, zwischenzeitlich auf unser gesamtes Vertriebsgebiet erweitern. Bei den Displays haben wir mit Sharp, Promate (AUO) und Varitronix namenhafte Lieferanten in diesem Bereich mit an Bord.

Inwieweit wird Avnet Embedded von der Abacus-Übernahme profitieren?

Zum einen werden wir im Embedded-Geschäft unsere Gebietsabdeckung deutlich ausbauen können, denn Abacus ist in einzelnen europäischen Regionen sehr stark aufgestellt. Vor allem in England, Frankreich und Skandinavien wird Avnet Embedded seine Aktivitäten durch die Akquisition deutlich erweitern. Momentan liegt unser Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie auf Italien, Spanien, Polen, Tschechien und Ungarn. Zum anderen kann Avnet sein Gesamtportfolio an Embedded-Produkten durch die Abacus-Übernahme erfreulich ausweiten. Es wird eine Reihe von Lieferanten und Produkten hinzukommen, die unser Spektrum sehr gut ergänzen werden.

Welche Ziele hat sich Avnet Embedded für die nächsten Jahre gesteckt?

Unser primäres Ziel ist es, einer der führenden Distributoren für Embedded-Systeme in Europa zu werden. Wir wollen unseren Kunden sowohl flexible als auch schlüsselfertige Systeme bieten, verbunden mit exzellenter Logistik und einem ausgezeichneten technischen Support.

Das Interview führte Carmen Skupin, Markt&Technik