Unternehmen vergeuden Ressourcen

In den Mitarbeitern stecken viele unerkannte Fähigkeiten Die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter sind vielen Unternehmen nicht bekannt: Nur jede dritte Firma verschafft sich zumindest einmal jährlich einen Überblick darüber, welches Potenzial in seinen Mitarbeitern schlummert.

Die Personalarbeit, die in den Firmen zunehmend systematisiert wird, hat offenbar dem Kompetenzmanagement noch nicht den ihm zustehenden Stellenwert eingeräumt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Managementberatung Mühlenhoff + Partner und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Stuttgart. Befragt wurden in Einzelinterviews 149 Personalverantwortliche der ersten und zweiten Führungsebene. 60 Prozent der teilnehmenden Unternehmen beschäftigen mehr als 1000 Mitarbeiter. In der Studie wird festgestellt, dass die Hälfte der Unternehmen die Kompetenzen der Mitarbeiter unregelmäßig oder gar nicht erhebt. Gleichzeitig räumen die befragten Teilnehmer der Personal-Weiterentwicklung jedoch einen sehr hohen Stellenwert ein, wenn es darum geht, die Unternehmensziele zu erreichen.

Die Fähigkeit, in einem sich beschleunigenden Wettbewerb zielsicher mit Wissen und Informationen umgehen zu können, wird für Unternehmen immer wichtiger. Trotzdem stellen sich mehr als 40 Prozent der teilnehmenden Unternehmen nicht der Aufgabe, zukünftige Entwicklungen, die kompetenzrelevant sind, zu analysieren und zu bewerten. Bei fast der Hälfte derjenigen, die sich der Aufgabe stellen, liegt der zeitliche Vorlauf der Früherkennung für neue Qualifikationen und Kompetenzen bei einem Jahr.

Warum vernachlässigen Unternehmen Kompetenzmanagement? Hartmut Buck, Leiter Kompetenzmanagement vom Fraunhofer IAO: »Erfolge sind oftmals erst mittelfristig wirksam, weil Kompetenzen in der Umsetzung und Anwendung von Erlerntem entstehen. Das Personalmanagement, das zunehmend kennzahlenorientierter wird, vermisst die direkte Messbarkeit der Effekte des Kompetenzmanagements. Aber wer die Kompetenz seiner Mitarbeiter nicht kennt und dauerhaft fördert, verschenkt Potenzial und vergeudet Ressourcen.«

Die Studie belegt auch, dass Unternehmen, die den Bedarf eines systematischen Kompetenzmanagements erkennen, mit der Umsetzung Probleme haben: Sie stützen sich häufig auf die bewährten Instrumente der Personalarbeit wie Leistungsbeurteilungen und Zielvereinbarungen. Diese sind aber überwiegend nicht geeignet, um Kompetenzen zu erfassen.

Weitere Informationen:
Managementberatung Mühlenhoff+Partner GmbH,
Salierstr. 8, 40545 Düsseldorf