Ungebremstes Wachstum: Automation ist Jobmotor in Deutschland

Die deutsche Automatisierungsindustrie ist auf stabilem Wachstumskurs. »Mit einem Umsatzplus von fast elf Prozent auf über 42,8 Mrd. Euro und mit einem Wachstum der Auftragseingänge um über 15 Prozent im Jahr 2007 spurtet die elektrische Automatisierungstechnik in das Olympiajahr 2008«, so Dr. Gunther Kegel, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation.

Ein Anstieg der Umsätze mit ausländischen Kunden um 14,7 Prozent bestätigt den weltweiten Erfolg der Produkte und Systeme »Made in Germany«. »Mit plus 14,6 Prozent ist aber auch der Inlandsmarkt auf Wachstumskurs wie seit Jahren nicht mehr«, berichtet Kegel. Dies bestätigten auch die um zehn Prozent angestiegenen Importe. Über 226.000 Beschäftigte hat die Branche in Deutschland, 7,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. »Wenn man also einen Jobmotor sucht, findet man ihn in der Automation.«

Fast alle Branchen-Segmente und alle Exportregionen verzeichnen die positive Entwicklung gleichermaßen. Die Wachstumsraten der Fabrikautomatisierung sind zum Teil zweistellig. Mit Blick auf die sehr guten direkten und indirekten Exporte der Prozessautomatisierung besonders zufrieden zeigte sich Michael Ziesemer, im Vorstand des Fachverbands für dieses Segment zuständig.

Prognosen auf längere Sicht sind derzeit nach ZVEI-Auffassung schwer möglich. Die hohen Energie- und Rohstoffpreise treiben die Kosten in die Höhe, machen aber auch Investitionen in deren Verarbeitung attraktiv. »Die Preise für Kupfer, Stahl und Aluminium sowie für Öl und Gas sind sehr hoch« stellte Ziesemer fest. »Das spült Geld in die Kassen unserer Kunden und führt insbesondere bei der Prozessautomatisierung geradezu zu einer Sonderkonjunktur.«

Nach ZVEI-Angaben wuchs der Weltmarkt der elektrischen Automation im vergangenen Jahr erneut um ca. sieben Prozent auf 253 Mrd. Euro, nach plus sechs Prozent im Jahr 2006. Der deutsche Anteil an der Weltproduktion liegt bei 14 Prozent und Deutschland ist nach wie vor der größte Nettoexporteur in Sachen Automatisierung. Kegel betonte, dass der ZVEI der einzige Verband sei, der seit diesem Jahr über Berechnungen des Weltmarkts mit hoher Präzision verfüge.

Zur Wachstumsbremse droht nach einer ZVEI-Umfrage der Mangel an qualifiziertem Nachwuchs in Deutschland zu werden. So blieben derzeit schätzungsweise 5.000 Ingenieurarbeitsplätze allein in der Automation unbesetzt. Kegel verweist auf die langfristigen Folgen: »Die Frage ist nicht nur, wieviel Umsatz uns dadurch entgeht, sondern vielmehr: Wie viel Zeit haben wir wichtigen Innovationen nicht widmen können.«