Umsatzplus bei elektromechanischen Bauelementen

Mit soliden Wachstumsraten zeigt der deutsche Distributionsmarkt für elektromechanische Bauelemente in 2007 eine ausgesprochen positive Entwicklung. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Umsätze der Distributoren mit Schaltern, Relais, Steckverbindern und anderem prozentual deutlich stärker wuchsen als der deutsche Elektromechanik-Markt.

Mit soliden Wachstumsraten zeigt der deutsche Distributionsmarkt für elektromechanische Bauelemente in 2007 eine ausgesprochen positive Entwicklung. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Umsätze der Distributoren mit Schaltern, Relais, Steckverbindern und anderem prozentual deutlich stärker wuchsen als der deutsche Elektromechanik-Markt.

Die Vergleichszahlen für das erste Quartal 2007 belegen den Trend in Richtung Distribution: Während der Umsatz im Distributionsmarkt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,9 Prozent auf 81 Mio. Euro stieg, legte der deutsche Markt für elektromechanische Bauelemente im gleichen Zeitraum nur um rund 1,5 Prozent auf 2,8 Mrd. Euro Umsatz zu (Quelle: ZVEI).

Auch bei einem nach Produktgruppen differenzierten Vergleich der Distributionsumsätze liegen die elektromechanischen Bauelemente mit ihrem Umsatzplus von 12,9 Prozent noch vor den Halbleitern (plus 9 Prozent) und passiven Bauelementen (plus 10,6 Prozent).

Immer mehr deutsche Kunden beziehen elektromechanische Bauelemente über Distributoren. Einer der Hauptgründe hierfür ist die wachsende Bedeutung der Supply Chain. Optimierungsmaßnahmen werden zunehmend auf Beschaffungsvorgänge im Bereich Elektromechanik ausgedehnt. Hinzu kommt, dass viele Kunden die Vorteile der von Distributoren angebotenen Value Added Services erkannt haben und diese nun auch gezielt für elektromechanische Bauelemente in Anspruch nehmen. Die stärksten Wachstumstreiber in Deutschland sind weiterhin der Maschinenbau (Industrieelektronik), die Automobilindustrie und die Datentechnik, wobei der Anteil der Elektronik an der Wertschöpfungskette im Automobilbau ständig steigt. Dies betrifft ebenfalls die Elektromechanik; auch hier wird die Belieferung der Tier-2- und Tier-3-Fertiger sowie der Kabelkonfektionäre immer wichtiger.

Wie in allen anderen Märkten gibt es auch im Markt für elektromechanische Bauelemente Abhängigkeiten und Entwicklungen, auf die deutsche Distributoren keinen oder nur sehr bedingt Einfluss nehmen können. Dazu zählt unter anderem die Abhängigkeit der Herstellungskosten von internationalen Rohstoffpreisen. Elektromechanische Bauelemente bestehen zu einem großen Teil aus Metallen und Kunststoffen. Drastische Preissteigerungen bei Rohstoffen wie Öl, Kupfer und Gold haben zum Beispiel im Jahr 2006 dazu geführt, dass viele Elektromechanik-Hersteller ihre Preise im Jahresverlauf gleich mehrfach erhöhen mussten. Nach bisher vorliegenden Zahlen fallen die Preissteigerungen in 2007 eher moderat aus. Bishop & Associates rechnet bei Steckverbindern mit Preissteigerungen zwischen null und drei Prozent.

Deutsche Industriekunden legen bei elektromechanischen Bauelementen größten Wert auf Qualitätsprodukte von Markenherstellern; auffallend günstige Low-Cost-Produkte führen ein Nischendasein. Produktplagiate aus Fernost sind zwar nach wie vor ein Thema, doch erledigt sich deren Akzeptanz und Eignung aufgrund von Qualitätsmängeln oftmals von selbst. Eine wesentlich größere Bedeutung als »alternative« Billigprodukte haben Themen wie Thermal Management, Weiterentwicklung bewährter Serien und Customizing. Thermal Management ist für viele Kunden insofern wichtig, als immer höhere Temperaturen auf kleinem Raum bewältigt werden müssen. Hierzu werden nicht nur Lüfter und optimierte Kühlkörper, sondern auch leistungsfähige Wärmeleitfolien und -pasten benötigt. Im Steckverbinderbereich geht der Trend zu kleineren Rastermaßen und kundenspezifischen Lösungen.

Nachdem die beiden traditionsreichen Steckverbinder-Hersteller Lumberg Automation und Hirschmann von der englischen Belden-Gruppe und die ebenfalls bestens bekannte ITT-Schaltersparte vom Finanzinvestor Littlejohn LLC übernommen wurden, ist mit weiteren Konsolidierungsaktivitäten im Bereich Elektromechanik zu rechnen. Insofern bleibt abzuwarten, wie sich derartige Übernahmen mittelfristig auswirken und ob diese Veränderungen den deutschen Distributionsmarkt für elektromechanische Bauelemente beeinflussen. Alles in allem stimmt die Entwicklung der letzten Quartale jedoch positiv und kann auch als klarer Indikator dafür gewertet werden, dass der Distributionskanal im Markt für elektromechanische Bauelemente eine immer wichtigere Rolle einnimmt.