TNS Emnid: Zeitungen und Zeitschriften punkten mit direktem Zugriff und hoher Glaubwürdigkeit

Wachsende Internet-Nutzung ginge zu Lasten von Zeitungen und Zeitschriften ist ein viel zitierter Zusammenhang, der nach den vorliegenden Ergebnissen der Studie „Print-Nutzung in Zeiten digitalisierten Contents“ der TNS Emnid Medienforschung differenzierter gesehen werden muss.

Die Medienforscher befragten insgesamt 1.724 Bundesbürger ab 14 Jahren nach der eigenen Internet-Nutzung und der Nutzung von Zeitschriften und Zeitungen im Zeitverlauf der letzten fünf Jahre. Allgemein stellen die Medienforscher eine stabile und sogar steigende Nutzung von Printmedien bei gleichzeitig wachsendem Internet-Konsum fest.

Knapp 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie das Internet heute häufiger als noch vor fünf Jahren nutzen würden. Ein Fünftel (22 Prozent) spricht von gleichbleibender Häufigkeit. 61 Prozent der Deutschen geben auch an, dass ihre Nutzungsfrequenz bezogen auf Zeitschriften bzw. Zeitungen unverändert sei. 22 Prozent lesen nach eigenen Angaben heute seltener in Printmedien als noch vor fünf Jahren. Dagegen sprechen 16 Prozent der Befragten von einer häufigeren Nutzung der Printmedien. Letztere gehören vor allem zur jungen Zielgruppe im Alter zwischen 14 und 29 Jahren.

Leser-Blatt-Bindung, Papierformat und Nutzungsgewohnheit sorgen für stabile Printnutzung
Für eine stabile Mediennutzung von Printerzeugnissen sorgen vor allem eine hohe Leser-Blatt-Bindung (47 Prozent), die haptische Anmutung des Papierformates („Ich blättere gern darin“, 47 Prozent) und die Nutzungsgewohnheit (beispielsweise die Tageszeitung am Frühstückstisch lesen, 43 Prozent). Die gleichen Argumente geben auch die Befragten mit gestiegener Printnutzung an und erklären zudem, dass sie sich gern von jeder neuen Ausgabe ihrer Zeitung oder Zeitschrift überraschen lassen (24 Prozent) und nicht auf die glaubwürdigen und gut recherchierten Informationen verzichten wollen (31 Prozent).

Print punktet mit direktem Zugriff und hoher Glaubwürdigkeit
Ein Drittel der Deutschen mit gestiegenem Internetkonsum liest die eigenen Printtitel wie gewohnt weiter. Neben der Bindung an die eigenen Titel und das habitualisierte Leseverhalten ist es auch hier die hohe Glaubwürdigkeit der Printformate, die für das bedruckte Papier spricht. Selbst Onliner schätzen die unabhängige, mobile Nutzung von Papierformaten.

Print sorgt für Orientierung – gerade bei steigender Internetnutzung
Welche Gründe können zu einem Nutzungsanstieg von Zeitschriften und Zeitungen führen. Diese Argumente sind ergänzende relevante Qualitätsmerkmale, die auch Printformaten in der Zukunft helfen können, sich in einem dynamischen Angebotsumfeld stärker zu profilieren und dauerhaft Bestand zu haben.
Ein Blick auf die Befragungsdaten zeigt, dass ein gestiegener Orientierungs- und Informationsbedarf zu einem höheren Medienkonsum generell führt. Ein Fünftel derjenigen, die beide Mediengattungen (Print und Online) heute häufiger als noch vor fünf Jahren nutzen, suchen in Druckmedien Unterstützung und Information zu den neuen Kommunikationstechnologien. Und auch die Anbieter der klassischen Printmedien haben offenbar auf neue Anforderungen reagiert: Sowohl Offliner (39 Prozent) als auch Onliner (37 Prozent) begründen den gestiegenen Printkonsum mit einem verbesserten Zeitschriften- bzw. Zeitungsangebot.

Print und seine Stärken im dynamischen Kommunikationsmarkt
Jedes Medienformat hat sich in dem derzeit sehr dynamischen Kommunikationsmarkt zu behaupten. Der Nutzer kann aus einem immer größeren Informations- und Unterhaltungsangebot auswählen. Dies geht jedoch nicht nur zu Lasten von Print, wie die vorliegenden Befragungsergebnisse zeigen. Vielmehr profitieren Printformate von habitualisiertem Nutzungsverhalten, haptischem Erleben, starker Glaubwürdigkeit und einer Orientierungsfunktion für die digitale Welt.